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wir viele Umwege machen, um unser Tagesziel zu erreichen. Zwischendurch krepierten auf wichtige Verkehrspunkte abgeworfene Bomben.
Als wir endlich nach Ueberschreiten eines Bergkammes kurz vor Bad Sal zungen angekommen waren, schlug uns heller Feuerschein aus dieser Stadt entgegen. Meldefahrer der Wehrmacht , die uns begegneten, wurden von der SS angehalten und um die Lage der Front befragt, was veranlaßte, mit uns sofort in Richtung Eisenach abzuschwenken, wobei man nicht wußte, ob es nach Buchenwald überhaupt noch einen freien Weg gab.
Ohne Pause gings weiter. Die ganze Nacht mußten wir marschieren, ohne etwas gegessen oder getrunken, geschweige denn geruht zu haben. Gegen Morgen machten wir auf freiem Feld bei einem provisorischen Schafstall, in dem sich feuchtes und stinkendes Stroh befand, halt. In dieses kleine, wacklige Gebäude wurden wir nun alle hineingepfercht, um eine Stunde ausruhen zu dürfen. Ein großer Teil mußte sich, um überhaupt unter Dach zu kommen, auf den über dem Stall gelegenen Heuboden begeben, der die große Mehrbelastung jedoch nicht aushielt.
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Mit einem gewaltigen Krach stürzte der ganze Oberboden mit allen dort befindlichen Kameraden auf die unten liegenden herab, wobei es schwere Verletzungen gab. Wenn nicht von den unverletzt Gebliebenen in fieberhafter Eile die Trümmer weggeschafft worden wären, hätte es noch Tote gegeben. In diesem Tohuwabohu mußten wohl zwei Kameraden unbemerkt von der SS die Flucht ergriffen haben, denn beim Antreten fehlten sie. Sie konnten aber auch noch unter den Trümmern liegen, weshalb wir vorschlugen, alles noch einmal durchzusuchen, um sie in solchem Falle vor dem Tod des Erstickens zu retten. Dies wurde von der SS brüsk abgelehnt, und der unverzügliche Weitermarsch befohlen, denn das über Nacht stärker gewordene Artilleriefeuer prophezeite nichts Gutes für diese Henkersknechte.
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Weiter ging es. Die durch den Unfall Verwundeten, die hinkten und vor Schmerzen stöhnten, nahmen wir in die Mitte. Erneut mußten wir einen anderen Kurs einschlagen, denn unterwegs angetroffene Meldefahrer gaben der SS immer wieder Nachrichten vom jeweiligen Stand der Front. Im Osten zog bereits der neue Tag herauf, und wir marschierten immer noch.
In diesem Morgengrauen holte sich die SS das erste Opfer aus unseren Reihen.
Ein älterer jugoslawischer Häftling, der nicht mehr konnte, und den seine Landsleute bis jetzt getragen hatten, lag hilflos auf der Straße. Wir nahmen ihn, trotzdem wir selbst kaum noch auf den Beinen stehen konnten, auf, legten seine Arme um unseren Hals und schleppten ihn eine Zeitlang mit, bis auch wir nicht mehr konnten und ihn niederlegen mußten. Er selbst hatte trotz allen aufmunternden Worten keine Kraft mehr, sich weiterzubewegen. Mit dem Blick eines todwunden Tieres bat er einen SS- Führer, der ihn wiederholt mit der Stiefelspitze in die Rippen stieß und ihm befahl aufzustehen, ihn doch hier liegenzulassen, er könne nicht mehr. Dieser wechselte mit seinem Spießgesellen im Flüsterton einige Worte, die wir nicht verstehen
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