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"Häftling ... X ... in der Hölle auf Erden!" / Udo Dietmar
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konnten und sagte darauf: ,, Es ist gut, lassen wir ihn liegen!", und zu dem Jugoslawen gewandt:

,, Bleiben Sie hier liegen, ruhen Sie sich aus, und wenn es dann wieder besser wird, kommen Sie nach!"

Damit wurde der Kamerad seinem Schicksal überlassen.

Nach einer knappen halben Stunde meinte der SS - Führer, er müsse doch einmal nachsehen, was der Jugoslawe mache, ob er nachkäme. Er setzte sich auf sein Fahrrad und fuhr die Straße zurück. Bald darauf kam er wieder: ,, Ich habe das Biest nicht gefunden. Er muß sich irgendwo versteckt haben!" Die Sache kam uns sehr verdächtig vor. Noch hatten wir keine Gewißheit, doch sollte sie uns bald werden.

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Der zweite Fall ereignete sich, als wir uns dem Kamm des Thüringer Waldes näherten.

Mit vier und fünf Mann schleppten wir einen völlig zusammengebrochenen russischen Kameraden noch kilometerweit über den steilen Bergkamm bis zu der Stelle, wo wir für eine halbe Stunde rasten sollten. Dort angekommen, lagerten wir ihn auf weiches Moos und labten ihn mit Wasser aus einem nahen Wildbach. Etwas anderes besaßen wir nicht, denn die erste Verpflegung sollte voraussichtlich erst mittags in Ruhla ausgegeben werden. Wir waren alle so erschöpft, daß sich ein jeder, wo er gerade stand, auf den Waldboden legte und einschlief, abgesehen von denen, die vor Überanstren­gung keine Ruhe fanden und zusammengekauert mit stierem Blick vor sich hinstarrten. Ich setzte mich auf einen umgestürzten Buchenstamm und nickte ein, ohne aber Ruhe finden zu können, denn ein kühler Wind hatte sich auf­gemacht, der meinen fieberheißen, schwachen Körper immer wieder er­schauern ließ.

Der Ruf: ,, Antreten!" riẞ uns empor.

Nachdem alles angetreten und durchgezählt war, setzte sich das Ganze außer dem Erschöpften, der liegenbleiben sollte, bergauf in Bewegung. Da ich mich wie immer am Schluß des Zuges befand, konnte ich feststellen, daß zwei SS - Leute bei dem Russen zurückblieben; sie unterhielten sich. Ich beobachtete den weiteren Vorgang unauffällig und sah, daß die Banditen den Zurück­gebliebenen an den Rand einer Tannenschonung schleppten und uns dann abwartend nachschauten. Als sich der größte Teil von uns bereits außerhalb des Blickfeldes befand, zog einer dieser SS- Mordbuben die Pistole, setzte sie unserem Kameraden an die Schläfe und drückte ab.

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Zwei Schüsse durchpeitschten den grauen Morgen. Ihr Echo hallte in den Wäldern ringsumher wider

Zwei Schüsse!

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Unbeschreiblicher Zorn und Schmerz erfaßten mich. Von Grauen und Ent­setzen erfüllt, ergriff mich eine grenzenlose Empörung über diese ruchlose Tat. Man ließ einen unschuldig ins Konzentrationslager gesperrten mitleidlos gequälten

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und erbarmungslos ausgepumpten Men­schen Jahre hindurch in dieser Hölle schuften und treibt ihn, der mit irren Blicken und verzerrten Zügen vor lauter Schwäche dahintorkelt, dann noch

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