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Tagesleistung wurde schon lange nicht mehr erreicht. Nur unsere Disziplin bewahrte uns vo dem Schlimmsten. Mit Ausnahme von einzelnen belanglosen Vorfällen herrschte eine tadellose Ordnung.
Das alles genügte aber der Direktion dieses Unternehmens nicht. Sie wandte sich beschwerdeführend nach Buchenwald und beklagte sich offenbar s nach haltig bei der SS - Führung, daß man dort einen sofortigen Kommandowechsel befahl; das heißt, das uns bewachende SS- Kommando, welches zum größten Teil aus Rumänen und Ungarn bestand, die zu persönlichen Miẞhandlungen weniger geneigt waren, wurde abgelöst und durch ein neues, bestehend aus alter aktiver deutscher SS, ersetzt. Vor ihrer Abreise aus Buchenwald wurde ihnen eingeschärft, daß sie dort, wohin sie kämen, ein Kommando anträfen, das bisher nichts geleistet, und bei dem sich verschiedentlich Anzeichen von Meuterei ergeben hätten.
So abgerichtet und instruiert, erschienen sie dann eines Tages bei uns auf der Bildfläche, um sich mit satanischer Wut auf uns zu stürzen.
Diese prallte aber an der Disziplin unserer Kolonnen ab, um schließlich ganz im Sande zu verlaufen, denn auch diese SS- Leute erkannten, daß die Menschen, die hier arbeiteten, nur mehr lebende Leichen waren und dennoch für jeden sichtbar das Äußerste ihrer Kraft hergaben.
So hat also auch das sogenannte SS - Rollkommando die Leistungen nicht in die Höhe treiben können und mußte mit seinem Vernichtungswillen zurück halten, weil es eine in sich geschlossene und von eiserner Disziplin durch drungene Masse vorfand.
Es vergingen wiederum einige Wochen. Gerüchte, die auf Umwegen zu uns drangen und von der immer schneller sich nahenden Front berichteten, wurden häufiger. Wir erfuhren, daß über Tage schon seit einiger Zeit Artilleriefeuer aus Richtung Fulda deutlich zu hören war. Die Macht, die sich uns vom Westen her nähert, bringt uns die Freiheit. Das wissen wir, aber so unwahrscheinlich ist es, daß keiner sich darauf freuen kann, denn noch befinden wir uns im Rachen des Löwen, und wir kennen den Nazismus!
Das Spiel steht 10: 1 gegen uns.
Da, eines Morgens, als die einzelnen Kolonnen zu gewohnter Zeit und Stunde an ihre Arbeitsstellen marschieren wollten, kam der Befehl, daß alles vorläufig im Lager zu bleiben hätte.
Wenig später wußten wir, daß einige hundert russische Kriegsgefangene in das Bergwerk hinunterbefördert und auf der entgegengesetzten Seite unserer Sohle, also dort, wo sich unsere Arbeitsplätze befanden, untergebracht worden
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