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"Häftling ... X ... in der Hölle auf Erden!" / Udo Dietmar
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Wochen wieder mal für eine Stunde nach oben befördert werden, um frische Luft zu schnappen. Er war Bauernsohn und stammte aus der Gegend von Sielte. Ich sagte ihm, daß er die wogenden Kornlelder, die saftigen Wiesen und schönen Rinder in seiner Heimat wiedersehen würde. Er würde auch wieder kräftiges Brot mit Butter zu essen bekommen, Milch trinken dürfen und dabei ganz gesund werden. Er würde wieder Menschen treffen, die ihn nicht mehr schlagen und quälen, sondern liebhaben würden, und er würde sie wiederlieben Haß, Mord und alle unsere Not würden aufhören, der Nazismus würde vernichtet, Frieden über die Menschheit kommen und alles noch einmal gut werden Aber nur ausharren und tapfer bleiben! Während ich so sprach. brach er in Tränen aus. Heftiges Schluchzen erschüt- terte seinen Körner. Aber das war gut so, denn nun löste sich die verkrampfte Seele und neuer Lebenswille brach durch. Ich hätte damals wer weiß was dafür gegeben, wenn mir Gleiches geschehen wäre, wenn auch ich mein ganzes Elend so in die Welt hätte hinausweinen können. Aber mir blieb das versagt, und eine furchtbare Verbitterung be mächtigte sich, meiner, so daß ich kaum glaubte, je wieder froh werden zu können. Ein Nammender Zorn gegen all das satanische Unrecht und die Schändung der primitivsten Menschenrechte loderte in mir. Er befreite meine Seele von manchen Schlacken. Als sich die Erregung meines Kameraden gelegt hatte, nahm er meine Hände und sagte: Ich danke Dir, Du gut gesprochen. Ich nicht wieder tun. Ich glauben, was Du gesagt hast. Ich erklärte ihm, daß niemand gut wäre, daß sich vielmehr alle Menscher. nur bemühen müßten, stets besser zu werden, um das Leben, wirklich zu meistern. Das solle er beherzigen. Er versprach es. Viele Wochen hat dieser kleine, tapfere Kerl daraufhin noch durchgehalten, aber der körperliche Verfall war schon so weit vorgeschritten, daß auch die durch den Glauben gespeiste Willenskraft das Ende nicht verhindern konnte Auch über ihn legte sich schließlich A gligernde Leichentuch.

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Manch anderem aber hat neu geweckter Glaube und der wieder erstarkte

Wille über diesen Abgrund hinweggeholfen,

Ein anderer Weg, dem furchtbaren KZ-Schicksal zu entrinnen, war der des Sich freiwillig Meldens.

Ich schrieb bereits darüber, lich neueste Informationen.

doch erreichten uns in jüngster Zeit diesbezüg-

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