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"Häftling ... X ... in der Hölle auf Erden!" / Udo Dietmar
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Ich ließ ihn daher links liegen, teilte meine Leute ein und befahl, mit der Arbeit zu beginnen.

Als ich nach dem Rechten gesehen, grobe Mängel an den Arbeitsgeräten und vor allem am Transportmaterial entdeckt hatte, die die Arbeit meiner Kame­raden außerordentlich erschwerten, begab ich mich in die Nähe dieses Schin­derknechtes, um durch eine Wiederholung meiner gestrigen Erläuterungen auch an sein, wenn noch vorhandenes, menschliches Empfinden zu appellieren, wobei ich ihm zu verstehen gab, daß es seine erste Aufgabe wäre, zumindest für einigermaßen gute Arbeits- und Transportgeräte zu sorgen. Er ging darauf nicht ein.

Außer einigen Zwischenbemerkungen, die durch meine Gegenargumente immer mehr an Kraft verloren und endlich ganz unterblieben, hatte er nicht viel zu erwidern. Er war zum Schweigen gebracht. In dieser oder ähnlicher Form handelten alle meine Kameraden, die auf verantwortlichem Posten standen.

Genau wie der vorherige, ging auch dieser Tag zu Ende, ohne Essen. Neues Leid häufte er zu dem alten. Die Zukunft sah trostlos aus.

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So tropfte die Zeit dahin. Es reihte sich schon Woche an Woche, und wir wur­den stetig kraftloser. Längst zehrten wir von eigener Substanz. Bei vielen ging es derart schnell, daß die berüchtigten Krankentransporte nach Buchenwald sich in immer kürzer werdenden Abständen wiederholten. Die schon vorher starben, wurden im Krematorium der nächstgelegenen Stadt eingeäschert. Die Spannung wuchs zusehends.

Waren bisher Apathie und Lethargie unsere ständigen Begleiter, so trieb jetzt der Hungerwahnsinn derartige Blüten, daß Feindseligkeiten und gegenseitiges miẞtrauisches Belauern. aus kleinsten Anlässen heraus geboren, gang und gäbe wurden. Eine Katastrophe drohte auszubrechen nach Vorbild des be­rüchtigten Kommandos S 3, worüber andere Kameraden, die es erlebt und zufällig überlebt haben, in ihren Büchern eingehend berichten werden. Die Menschen konnten mit dem besten Willen nicht mehr schaffen. Wenn man von uns als Mindestleistung das Doppelte verlangte, so war dies einfach menschenunmöglich. Der sichere Tod stand uns vor Augen, so oder so, aber jetzt drohte zum ersten Mal eine Selbstmordepedemie auszubrechen. Eines Tages, während der Schicht, mußte ich mich nach einem Rundgang durch die Arbeitsstelle, vor Schwäche schwitzend und zitternd, in einem versteckten Winkel für einige Minuten setzen, um auszuruhen. Jetzt, wo es dem Ende zu­ging, war mein körperlicher Verfall derart, daß ich selbst nicht mehr wußte, ob ichs noch packen würde. Die extremsten Gefühle und Empfindungen strit­ten in mir. Ich stand fast an der Grenze der Selbstaufgabe und fühlte mich, wie alle, völlig verlassen.

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