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"Häftling ... X ... in der Hölle auf Erden!" / Udo Dietmar
Entstehung
Seite
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,, Du", sagte er ,,, das schöne Brot ist weg. Beim Tor hat die SS visitiert, es weggenommen, und ich habe noch einen Schlag vor den Kopf bekommen. Sie wollten wissen, woher ich es habe. Ich sagte, ich hätte es gefunden. Daraufhin bekam ich noch zwei Ohrfeigen."

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Abends nach dem Appell hatten wir noch gut zwei Stunden Zeit bis zum Schlafengehen. Die Brotration für den kommenden Tag wurde immer schon abends empfangen und fast ausnahmslos sofort gierig verschlungen. War das Wetter trocken, ging man noch ein wenig auf die Lagerstraße oder zu anderen Blocks, wo man hier und dort einen Bekannten hatte, mit dem sich gut sprechen ließ.

Auch an diesem schönen Abend ging ich aus meinem Block die Lagerstraße entlang, an der hohe, schlank geschnittene Pappeln standen. Es war bereits Herbst. Der Wind spielte mit den welkenden Blättern. Mit meinen Ge­danken beschäftigt, nur hier und da unterbrochen vom unfreiwilligen Anhören einiger Gesprächsfetzen der an mir vorbeispazierenden Kameradengruppen, ging ich einher. In der Regel hatte auch ich Begleitung bei mir, heute aber wollte ich mal allein sein. Auf der Lagerstraße und den abzweigenden Blockstraßen herrschte reges Leben. Überall hörte man Gruppen und Grüpp­chen von Häftlingen dieses oder jenes Thema besprechen. Auch einzelne Spaziergänger waren zu sehen, jeder ganz in seine Gedanken versunken. In den Zügen des einen oder anderen spiegelte sich deutlich die Reaktion des vorherrschenden politischen Themas, eine Feststellung, die mir sehr inter­Um mich herum ein Wirbel aller Sprachen des Kon­tinents. Es kam mir so vor, als wenn aus einem Radioapparat die Stimmen aller europäischen Sender auf einer Wellenlänge ertönten.

essant war.

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Aus dieser kosmopolitischen Umgebung löste sich plötzlich jemand und kam auf mich zu. Das Gesicht schien mir irgendwie bekannt, doch war ich nicht sonderlich überrascht, denn während meiner langen Lagerzeit war ich nun schon mit so vielen, vielen Kameraden zusammen gewesen, die mit mir mehr oder weniger gut bekannt wurden. Aber, der auf mich zuschritt, streckte mir zum Gruß beide Hände entgegen mit den Worten:

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, Wie kommst Du hierher?"

Jetzt erkannte ich ihn und erwiderte freudig seinen Gruß. Die Überraschung war auf beiden Seiten gleich groß. Nach einem kurzen Frage- und Antwort­spiel nahm er mich mit in seinen Block, wo er mir eine Freude bereitete. Er hatte vor einigen Tagen von seinen Lieben daheim ein Paketchen Lebens­mittel erhalten, wovon leider die Hälfte infolge des langen Transportes es war sechs Wochen unterwegs verdorben war. Aber von dem wenigen, das er noch besaß, teilte er mit mir. Es waren zwei steinharte Brötchen, ein

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