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"Häftling ... X ... in der Hölle auf Erden!" / Udo Dietmar
Entstehung
Seite
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hatte es miterlebt, er, der Mensch, dessen ganzes Verbrechen darin bestanden hatte, für den Fortschritt der Menschheit als Kommunist zu leben und zu wirken. Ich staunte, daß er überhaupt noch da war, erzählte er mir doch von Kameraden, die das alles mitgemacht, aber nicht überstanden hatten, die nicht mehr sind.

Was bedeutete dagegen mein erster Eindruck vom Konzentrationslager? Was war dagegen meine noch human- gefühlsmäßige Einstellung? Hätte mir das ein anderer erzählt, ich hätte es als unglaubwürdig abgelehnt. Aber vor mir stand ein Mann, der meine ganze Hochachtung besaß, dem die Wahrheit Selbstverständlichkeit war. Ein Mensch, der nüchtern und sachlich seine Worte an mich richtete, der nicht zurückgeschreckt war vor dem größten Grauen und der furchtbarsten Behandlung, die einem Lebenden zuteil werden konnte. Ein Mensch, der für die Wahrheit lebte und dafür zu sterben bereit war und schließlich später leider doch ein Opfer des nationalsozialistischen Verbrechertums wurde. Er war kein Geistesakrobat. Er war ein Arbeiter, der nichts auf der Welt forderte als seine schlichte Lebensberechtigung in freier Willensäußerung.

Er wurde seiner kompromißlosen Haltung wegen von der SS gehaßt, später in ein anderes Lager verschickt und ist dort an allgemeiner Körperschwäche, trotzdem seine Kameraden und Gesinnungsgenossen ihn in allem unter­stützten, gestorben.

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Sein Geist aber lebt in uns und denen, die guten Willens sind, fort. Er war einer der unbekannten Helden des deutschen Proletariats. Damals sagte ich ihm:

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,, Mag kommen, was will; ich glaube an den Sieg der Gerechtigkeit. Ich glaube an eine höhere Vorsehung. Ich glaube an den Sieg der Wahrheit. Solite ich das, was noch kommen mag, gleich wie es aussieht, überleben, dann werde ich nicht schweigen, sondern reden und immer wieder reden." ,, Ich glaube", sagte er ,,, daß Du, nachdem Du von mancherlei Irrwegen zum klaren Gedanken gekommen bist, das Zeug dazu hast, die Idee des reinen Menschentums verkörpern zu helfen. Aber tue, mir einen Gefallen, einen Freundschaftsdienst: Erwähne nie meinen Namen. Der Name, die Persönlich­keit macht es nicht. Ich bin nur einer von den vielen Genossen, die für das Ganze kämpfen und auch dafür sterben können. Versprich mir, meinen Namen nicht zu nennen."

Ich versprach es ihm.

Er war nur einer von den unzähligen namenlosen Kämpfern für Gerechtig­keit, Wahrheit und Freiheit. Dieser Kamerad war mir ein guter Lehrer. Ich danke es ihm mit vielen anderen übers Grab hinaus: ,, Du hast nicht umsonst gelebt!"

sprechen.

denn er

Das alles war nur ein kurzes Selbstbesinnen auf die Wirklichkeit. So hoch auch die Ideale, so klar und rein der Gedanke war, für den es zu leben und

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