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Eines Tages kam ein Befehl vom Stutthof , daß Häftlinge nicht mehr geschlagen werden dürften, um die Arbeitskraft nicht zu vermindern. Bekleidungsstücke vom Stutthof wurden geschickt, da die Bevölkerung der Umgebung darüber sprach, wie die zerlumpt aussehenden Frauen, oft ohne Strümpfe, in Holzschuhen, in ihre Decken eingewickelt in Schnee und Regen im tiefsten Winter ihre schwere Arbeit verrichteten. Die meisten hatten Arme und Beine bedeckt mit tiefen. eitrigen Frostwunden.
Entlausung
Einige Tage vor Weihnachten sagte uns der Kommandant, daß auf der Station Birglau, etwa vier bis sechs Kilometer vom Lager entfernt, ein Entlausungszug der deutschen Wehrmacht stände und das ganze Lager dorthin müßte. Jetzt erst sah man, wie viele dieser jungen Frauen und Mädchen abgemagert und voller Geschwüre waren, wie der Vitaminmangel diese Körper zugerichtet hatte. Nach diesem Weg zur Entlausung in klirrendem Frost sind sehr viele krank geworden, und etwa zwanzig starben infolge Lungenentzündung und Herzschwäche.
Der junge Kommandant Heinrich Binding aus Elbing kam aus seinem Weihnachtsurlaub zurück. Inzwischen war unser Proviantmeister abberufen und durch einen sehr verknöcherten, engstirnigen, älteren NSV.- Beamten ersetzt worden. Wir bemerkten bei allen Vorgesetzten eine immer größere Nervosität. Der Kommandant hatte sich einen Radiokofferapparat mitgebracht, und in dem kleinen Schreibstubenzelt ertönte häufig am Tage Radiomusik. Vergaß er am Abend, den Koffer abholen zu lassen, was sehr oft vorkam, so stellten wir das Ausland ein und hörten dadurch so manches von der Front. Es war für uns besonders interessant, weil wir die ganzen Jahre doch von der Außenwelt abgeschlossen waren. Nachts horchten wir angestrengt auf die Stimmen der Front. Vorerst hörten wir nur bei Fliegerangriffen die Bomben fallen. Das war Musik in unseren Ohren. Wir ahnten schon, daß bald die Stunde der Befreiung kommen würde.
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