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Sadismus oder Wahnsinn : Erlebnisse in den deutschen Konzentrationslagern im Osten / Jeanette Wolff
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liegenden Baracke verschwinden, und zwar in der Baracke, wo der Vorgesetzte der Frauenblocks, M., am Tage ein Zimmer innehatte. In der Nacht war den Männern, mit Ausnahme der SS, der Zutritt ins Frauenlager verboten, jedoch konnte man in jeder Nacht die Kapos im Frauenlager bei ihren Lieb­chen antreffen, dieses waren zumeist ehemalige Dirnen, die bei uns Blockälteste waren. Wir mußten Wache stehen, damit nicht einer den anderen bei den Frauen überraschte, weil bei der Mentalität der Verbrecher die Folgen schrecklich gewesen wären. Immer haben wir gut aufgepaßt, aber in einer Nacht ist ein Mann durch das offene Fenster des Duschraums, der an der Rückseite der Baracke lag, ins Zimmer gegangen. Nun muß ich zur besseren Verständigung anführen, daß jede dieser ,, Damen " mehrere Liebhaber hatte, jeder Kapo mehrere Liebchen, jedoch der Lagerälteste, ein 27mal vorbestrafter deutscher Zuchthäusler, als dessen Heimatort in der Lager­kartei das Zuchthaus Herford angegeben war, hatte einen ganzen Harem von Blockältesten. Ich sehe ihn noch vor mir in jener Nacht, den schönen Fritz( wie er allgemein benannt wurde), in kurzer, schwarzseidener Hose, in einem blendend­weißen Seidentrikot ohne Ärmel, muskelbepackt wie ein Athlet, mit einer anderthalb Meter langen Nilpferdpeitsche herum­fuchtelnd. ,, Na, is en Kerl drinnen", begrüßte er uns. Als wir ihm antworteten: ,, Nein", sagte er: ,, Morgen früh bekommt ihr eine doppelte Wachration und noch ein Stück Käse", und ging hinein. Eine Minute später hörten wir die Peitsche auf nackte Körper klatschen. Ein Geheul brach los, als ob alle Teufel der Hölle losgelassen seien, und dann rannte ein blutender nackter Mann aus der Baracke heraus. Um 3 Uhr morgens mußten wir Fritz wecken, denn um 4 Uhr begann das Leben im Lager. Das versprochene Brot und den Käse haben wir am Morgen wirklich bekommen.

Appell und Quälereien wechselten den Tag über einander ab, Nachtwachen hatten das Recht auf Schlaf am Tage, aber Max prügelte uns unbarmherzig aus den Kojen heraus. Noch über eine interessante Nacht will ich berichten, die dem Leser ein wenig Aufschluß geben soll, wes Geistes Kinder unsere Vor­Wir mußten für L., die stets einen un­gesetzten waren.

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