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Ein Kapitel für sich waren auch die Untersuchungen, wenn neue Transporte ankamen. Sehr gut sind mir noch die Trans- porte aus den Gettos Kowno , Schaulen und Wilna in Erinnerung. Diese Männer und Frauen hatten noch viel Geld und kostbaren Schmuck bei sich, da bei ihnen die Gestapo beim Abtransport aus dem Getto noch keine Leibes- visitation gemacht hatte. Wo bei den Männern Geld gefunden wurde, sind sie von der SS und ihren Helfern zumeist fürchterlich mißhandelt worden, ja manche wurden direkt totgeschlagen. Bei den Frauen machte man sogar gynäkolo- gische Untersuchungen, die ein jüdischer Häftlingsarzt in Gegenwart der SS und der Kapos vornehmen mußte. Fand man bei dieser Untersuchung etwas, gab es für die Frauen unnachsichtig 25 Hiebe. Alle Zivilkleidung wurde weg- genommen und die wohl jedem bekannte„Zebratracht‘ ange- zogen. Beim Ausziehen, beim Baden, beim Anziehen, immer wurde geschlagen. Zu all diesem kamen noch die seelischen Leiden, die die Ankommenden viel stärker empfanden als wir, die wir schon im Laufe der Zeit abgestumpft waren. Eine: Fernstehender kann sich das nicht ausdenken.
Ich vergaß noch zu schreiben, daß man zu dieser Zeit schon den Frauen das Haar mit der Millimetermaschine rasierte, wohingegen bei den Männern das Haar ungehemmt wachsen konnte bis auf eine„Avusbahn‘“, die in Maschinenbreite von
- der Stirn bis zum Nackenwirbel ausrasiert wurde, so daß die
Männer wie Struwelpeter aussahen.
In der letzten Zeit gab es im Lager Kaiserwald schon häufiger Fliegeralarm. Dann wurden wir in unsere Baracken einge- schlossen, obwohl das Tanklager der deutschen Luftwaffe kaum 200 Meter vom Lager entfernt war. Ebenso schloß man uns beim Brand der Kleiderkammer in die Baracken ein, und wir durften die Baracken erst verlassen, nachdem der Dach- stuhl der‘beiden nächstliegenden Männerbaracken schon lichterloh brannte.
Beim ersten großen Bombenangriff auf Riga verloren sehr viele der Eingeschlossenen die Nerven, so daß das Weinen und Schreien draußen zu hören war. Nachdem der Alarm beendet war, hagelte es von der SS dafür Prügelstraien.
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