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Sadismus oder Wahnsinn : Erlebnisse in den deutschen Konzentrationslagern im Osten / Jeanette Wolff
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steckten sie ihre nackten Weiber zu den jüdischen Männern in die Kojen. Der SS - Kommandant Sauer wußte aber sofort, was gespielt wurde und handelte danach. Jetzt suchte man noch die letzten zehn Frauen, und siehe da, sie waren von unseren Sträflingen nackt in die 500 Liter fassenden Koch­kessel in der Häftlingsküche versteckt und die Deckel ge­schlossen worden. Als sie herausgekrochen kamen, wurden ihnen zur Strafe die Haare abgeschnitten, aber auch das half nicht, denn schon am nächsten Abend waren sie wieder im Männerlager.

In der Nacht, als die Torfkommandos eingeliefert wurden, nahmen diese Dirnen sich unsere kräftigsten Männer aus der gemeinsamen Baracke heraus mit in ihre Betten. Die, welche sich weigerten, wurden mit Schlägen und Drohungen gefügig gemacht.

Am nächsten Morgen wurden wir von den Dirnen zur Ent­lausung geführt, um im Lagerjargon zu reden ,,, gefilzt", das heißt, es wurde uns alles abgenommen, was wir besaßen, buch­stäblich nackt gingen wir zur Entlausung. Anschließend wurden wir eingekleidet". Selbstverständlich vollzog sich alles mit Schreien, Schimpfen und Schlägen in Gegenwart von der SS und ihren Schergen. Dann wurde einer nach dem andern mit Kleidung versehen. Ganz nach Willkür warf man uns ein Kleidungsstück zu, ob es zu lang, zu kurz, zu eng oder zu weit war, gleichgültig. Als wir eingekleidet waren, sahen wir aus, als ob man uns zu einem Lumpenball ausstaffiert hätte. Jede Bitte um ein passendes Kleidungsstück wurde mit Schimpfen und Schlägen beantwortet. Einer sah den anderen an. Große Frauen trugen Oberkleider, die wie Tanzröckchen wirkten, unter denen die Wäsche hervorhing, kleinen hingen die Klei­der bis auf die Erde, die Ärmel bis über die Fingerspitzen. Ein Zug von traurigen degradierten Frauen verteilte sich wie ge­prügelte Hunde auf die verschiedenen Blocks. Am anderen Morgen erfolgte Einreihung in die verschiedenen Arbeits­kommandos. Zwei Wochen lang mußten wir in bitterster Kälte ohne Mantel auf den Außenkommandos unter Aufsicht der Ver­brecher schwer arbeiten, deren Launen wir schutzlos aus­geliefert waren.

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