der Kranken. Es war kaum möglich, die Toten herauszutragen, da die Männer schon um 4 Uhr morgens zur Arbeit getrieben wurden. Einer der Überlebenden, Kurt Meier aus Witten, erzählte, daß sie durch Hunger und Kälte dort fast alle zu Tieren geworden seien, und einer habe auf den Tod des anderen gewartet, um sich in den Besitz der noch vorhandenen, total zerlumpten Kleidung zu setzen. Außerdem habe man diese Männer durch Schläge und sadistische Quälereien an den Rand des Wahnsinns gebracht. Hungertyphus und Dysenterie brachen aus, und ohne ärztliche Hilfe oder Pflege gingen bis auf sieben alle diese Menschen zugrunde. Von diesen sieben sind dann noch drei an Entkräftung gestorben, da für sie die Hilfe zu spät kam.
Fast alle Hochwaldkommandos waren Himmel
fahrtskommandos.
Von allen solchen Kommandos kamen die Menschen nicht zurück, wurden zu Tode gequält oder erschossen, sobald man ihrer nicht mehr bedurfte.
Der Jungfernhof war ebenfalls ein KZ., in dem der Oberscharführer Mörder Seekt Kommandant war. Auch er war ein Ausbund von Sadismus und Perversität. Ganze Transporte aus Süddeutschland kamen zum Jungfernhof. Auch von dort wurden Hunderte von Menschen, ältere Männer und Frauen, auch Kinder, nach Dünamünde verschickt. Exekutionen über Exekutionen fanden dort statt. Ein besonderes Vergnügen des Kommandanten war, ältere Männer, die in die Baracken kamen, um sich zu wärmen, sofort zu erschießen. Der Rasseschandeparagraph wurde selbstverständlich auch hier außer Kraft gesetzt. Hübsche junge Mädchen dienten ihm und seinen Freunden als Zeitvertreib. Nachdem er nun übersättigt von allem war, hat er selbst Paare zusammengegeben, deren intimstes Zusammenleben ihn als Zuschauer hatte. Zumeist gab er einem jungen Manne, dessen Frau oder Freundin nicht mit ihm nach Jungfernhof gekommen war, irgendein fremdes Mädel. Es genügte diesen Menschenbestien nicht, Menschen zu quälen und zu töten, Familien auseinanderzureißen, sie machten auch unsere jungen Mädchen und Frauen zu Dirnen, lediglich zu ihrem eigenen Nervenkitzel.
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