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Manchmal fuhren auch Militärautos mit Brot durch das Getto. Wenn sie hielten, stahlen wir uns Brot.
Als erste Verpflegung bekamen wir verschimmeltes Brot, 220 g auf den Kopf und Tag, später kamen Fisch- und Bück- lingsabfälle aus den Räuchereien hinzu. Rhabarber- und Rote- Rüben-Blätter, Spinat- und Kohlabfälle, Sauerkraut, aber fast nur stinkend und verdorben, das war dann unsere Nahrung. Wären wir nicht auf Arbeitskommandos hinausgekommen, wir wären alle verhungert. Es starben trotzdem sehr viele Menschen an Entkräftung und vor allen Dingen auch an Er- frierungen.
Verbote gab es im Getto genug. Einige davon will ich der Nachwelt nicht vorenthalten, da sie zu gut in das Kultur-
. niveau der Nazis hineinpassen.
Geschlechtsverkehr wird mit dem Tode bestraft!
An jede Schlafstelle nun einen Posten zu stellen, war selbst dem Kommandanten Krause unmöglich, aber nächtliche Kontrollen zur Verhinderung der Paarung sollten als Ersatz dafür dienen.— Kinder durften nicht geboren werden, Schwangerschaftsunterbrechungen, auch im sechsten Monat und noch weiter, wurden ohne Narkose unter Teilnahme von interessierten SS -Leuten durchgeführt. Der Kommandant war außerdem auch fast bei jeder Operation anwesend.— Einer bekannten jungen Frau wurde im siebenten Monat eine Schwangerschaftsunterbrechung gemacht, selbstverständlich auch ohne Narkose, und sie zur Strafe nach diesem qual- vollen Eingriff nach vier Tagen in ein Torflager verschickt. Sie arbeitete etwa drei Wochen bis an die Hüften im Wasser. Todkrank, mit 41 Grad Fieber wurde sie ins Getto zurück- gebracht. Sie genaß nach dreimonatigem schwerem Kranken- laget wie durch ein Wunder, jedoch wird die jetzt 29jährige Frau nie wieder Kinder haben; ein blutendes Myom und die Verletzung wichtiger Drüsen waren die Folgen dieses rohen Eingriffs.
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