ES
S
Et
e
r
n
n
m
er
e
e
e
d
PA
t.
n
er
f-
-
تبن
t.
r-
ie
-n
b-
ie
en
ee
en
Steine frei, von denen noch zwei Jahre später sich die Blutflecke nicht entfernen ließen.
Kleine Aktionen und Exekutionen fanden alle Tage statt, darum will ich erst von den größeren berichten.
Verschickung nach Dünamünde
Jeder Bezirk hatte sein eigenes Verwaltungsbüro, dem ein sogenannter Ältester vorstand. In diesen Büros waren die Bewohner eines jeden Bezirks registriert, selbstverständlich in Angleichung an die Gesamtkartei der Kommandantur. Von diesen Bezirksbüros aus vollzog sich auch auf Befehl der Kommandantur die Einreihung in die Arbeitskommandos. Die Büros erhielten den Befehl, Menschen, die geschwächt oder schon älter waren, für leichte Arbeit in Konservenfabriken in Dünamünde auszusuchen. Alle, die man unbedingt verschicken wollte, waren von der Kommandantur namentlich bezeichnet. Fachkräfte wurden gebraucht und daher meistens von solchen Aktionen verschont. Ich hatte für mich als Beruf Uniformschneiderin angegeben, und so blieb ich verschont.
Hatte ein ungerechter Ältester irgend jemand, den er erledigen wollte, so kam dieser mit auf die Verschickungsliste. Auch mein ältestes Mädel war vom Chefarzt Dr. Aufrecht mit auf die Liste gestellt worden, und nur durch Rücksprache mit dem Polizeioberleutnant Heser, der mit dem Kommandanten sprach, blieb mir mein damals 28jähriges Mädel erhalten. Von der Schutzpolizei erfuhren wir dann, daß es sich bei dieser Verschickung um planmäßige Ausrottung handelte. Unsere seelische Verfassung war nicht zu beschreiben. Als die Transporte bereitstanden meist handelte es sich um Frauen und Männer über 50 Jahre und Schwache-, gingen auch den Ahnungslosesten die Augen auf. Alle waren Todeskandidaten. Decken, Taschen, Proviant, alles wurde den Unglücklichen von der SS abgenommen. Mit Schlägen und Püffen wurden sie nacheinander auf Lastautos verladen, die jeweils nach 30 Minuten zurückkamen, um neue Opfer zu holen, bis auch die letzten weggeschafft waren. Der Jammer und das Weinen der zurückgebliebenen Angehörigen liegt mir noch
-
11


