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Zeugen der Wahrheit, Kämpfer des Rechts gegen den Nationalsozialismus / vom Domkapitular Joh. Neuhäusler, München
Entstehung
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Und so gerade" fand ich ihn trotz aller Schläge und Mißhandlungen 9 Monate später ( Dezember 1933) im Gefängnis. Er selbst er­zählte mir da, wie er fast täglich mit den Wachtmeistern gegen den NS disputierte. Ein Augen- und Ohrenzeuge berichtete mir, wie gerade Gerlich sich straffte, als einmal ein Wachtmeister ungehörig über seinen Bischof sprach. Im heiligen Zorn schrie er den Ge­fängnisbeamten, seinen Vorgesetzten, an: ,, Sie wagen es, meinen Bischof zu belei­digen! Ich verbiete mir das! Ich verlange, daß Sie dies Wort sofort zurücknehmen!" Und er wiederholte seine Forderung so lange, auch gegenüber neu hinzugekommenen Be­amten, bis die Beleidigung zurückgenommen ward!

Und gerade ging Gerlich schließlich am 30. Juni 1934 nach Dachau in den Tod.

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seiner jungen Frau mit und schrieb dazu: ,, Du wärest nicht meine Frau, wenn Du etwas anderes von mir erwartetest... Dieses Be­kennen- Müssen wird sicher kom­men; denn zwei Welten stoßen aufeinander. Lieber ein Leben verlieren, als den Weg der Pflicht verlassen!" Und Maier verließ den Weg der Pflicht wirk­lich nicht, verweigerte den Eid auf die SS und ließ dafür am 24. 2. 1945 unter den Kugeln der SS sein junges Leben.

Wie dieser Führer der katholischen Jugend des Südens, so dachten die Führer der ka­tholischen Arbeitervereine Westdeutsch­lands: Ein Joseph Joos, der sechs Jahre lang im Kz Dachau war, weil er gegen nazi­freundliche Vorträge eines Universitätspro­fessors aufgetreten war( s. Buch: ,, Leben auf Widerruf"); dann die drei Freunde, die der Mitwissenschaft oder Mitvorbereitung des Umsturzversuches vom 20. Juli 1944 beschul­digt wurden: Prälat Müller, halberblin­det und krank ins Gefängnis geworfen und' dort gestorben; Bernhard Letterhaus , Verbandssekretär, dem ein Gedenkblatt nach­rühmen kann: Aufrecht in der Haltung, furchtlos gegenüber der Gestapo , entfernte er sich mehr und mehr von den Fesseln irdi­schen Wünschens und Begehrens, nur die Sorge um Frau und Kinder quälte ihn"; endlich Schriftwart Nikolaus Groß, Vater von 7 Kindern. Zwei Tage vor seinem Tode schreibt er noch seiner Frau: ,, Als wir uns vor einigen Tagen für dieses Leben verab­schiedeten, da habe ich, in die Zelle zurück­gekehrt, Gott aus tiefstem Herzen gedankt für Deinen christlichen Starkmut. Ja, Mutter, durch Deinen tapferen Abschied hast Du ein helles Licht auf meine letzten Lebenstage ge­gossen. Schöner und glücklicher könnte der Abschluß unserer innigen Liebe nicht sein, als er durch Dein starkmütiges Verhalten ge­worden ist... Ich habe für jeden von Euch einen Spruch oder ein Andachtsbildchen mit einem persönlichen Wort versehen. Möge es jedem eine kleine Erinnerung sein mit der Bitte, mich im Gebete nicht zu vergessen..."

Neben diesem geraden Mann der Feder möchte ich einen aufrechten Mann des Rech­tes setzen: Dr. Hans Wölfel , den ,, katho­lischen Rechtsanwalt" von Bamberg , wie man ihn kurz nannte, eine so führende Persönlich­keit, daß man ihn schon mit 30 Jahren zum Vorsitzenden des Bamberger Ortskartells katholischer Vereine machte. Klaren Blickes und ehrlichen Mundes übte er während eines Urlaubs im Allgäu im Jahre 1943 im Kreise naher Verwandter Kritik am Nazireich, sagte den baldigen Zusammenbruch der italienischen Front und die Zunahme des Luftkrieges vor­aus, bezeichnete Hitler als den größten Wort­verdreher, den Nationalsozialismus als eine Kulturschande, äußerte die Hoffnung, daß im Herbst eine Wendung komme, bei welcher er dann sein möglichstes tun werde. Ein Gast des Hauses, eine BDM - Führerin, zeigt ihn an: Zum Tode verurteilt, war er ruhig. Im Mis­sale, das er sich nebst der Bibel ins Gefäng­nis bringen ließ, unterstrich er die Lesung des 3. Fastensonntags: Siehe, ich sterbe, obwohl ich nichts von dem getan habe, was diese voll Bosheit wider mich erlogen haben."

Ähnlich Dr. Eugen Bolz , Staatspräsident von Württemberg , der wenige Tage vor seiner Hinrichtung( 22. 1. 1945) in der Kerkerzelle insgeheim noch die hl. Kommunion empfan­gen konnte und dann auf die Kunde, daß ein Gnadengesuch für ihn eingereicht werden solle, das Bedenken äußerte: Ich weiß nicht, ob mir dann Gott noch einmal die Gnade schenken wird, so wohlvorbereitet zu sterben." Ein Beispiel gleicher Seelengröße gibt uns der Laienführer der deutschsprachigen katho­lischen Jugend in Südtirol , Josef Maier aus Bozen . Gleich allen Volksdeutschen gegen seinen Willen im Herbst 1944 zur SS eingezogen, wollte er sich innerlich niemals beugen. Je näher der Tag der Vereidigung auf die SS- Fahne kam, desto stärker wurde sein Wille, diesen Eid zu verweigern, koste es, was es wolle. Dies teilte er auch

Neben diesen und vielen anderen na- mentlichen Opfern nationalsozialistischen Terrors gab es auch noch ungezählte ,, Stille im Lande", die nötigenfalls dem National­sozialismus ein lautes und unbeugsames ,, Nein!" sagten:

Hunderttausende von Mitgliedern ka tho­lischer Standesvereine, angefangen von den katholischen Gesellen der ganzen Welt, die nach Pfingsten 1933 von der wild­gewordenen SA wie Freiwild durch die Straßen Münchens gehetzt wurden, dann 12 Jahre lang von Partei und Arbeitsfront unter stärksten Druck gesetzt, doch der Fahne Kolpings bis zum Schlusse treu blie­ben;