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Ähnlich mußte in den letzten Tagen des Krieges Domprediger Dr. Johann Maier von Regensburg unter den grausamen Händen der SS sein Leben lassen, weil er auch für den Frieden sprach, die aufgeregte Menge mahnte, nicht Revolution zu machen, sondern die Leitung der Stadt um friedliche Übergabe zu bitten.
Am 10. November 1943 wurden auf einmal 4 Lübecker Geistliche, 3 katholische und 1 evangelischer, in Hamburg hingerichtet: Opfer der kirchenfeindlichen Gestapo , die im Frühjahr 1942 zu einem Schlage gegen die besonders aktiven Kräfte im kirchlichen Leben Lübecks ausholte. Worte aus ihren letzten Lebenstagen sollen sie kurz kennzeichnen.
,, Herr, hier sind meine Hände, leg darauf, was Du willst, nimm hinweg, was Du willst, führe mich, wohin Du willst, in allem geschehe Dein Wille!" Das 4. Lübecker Opfer der Gestapo , der evangelische Pfarrer Karl Stell brink , mahnt seine Kinder:
Kaplan Johann Prassek schrieb aus dem Gefängnis:„ Das ist einer der großen tragenden und beglückenden Gedanken meines jetzigen Daseins, daß ich mit all meinem Alleinsein, mit meiner Einsamkeit, mit der Unbequemlichkeit im Körperlichen und Seelischen, mit Hunger und Kälte und Schmerz schließlich doch nicht zur Untätigkeit und Sinnnlosigkeit im Dienste am Reich Gottes verurteilt bin, sondern, daß gerade dadurch so viele Kräfte frei werden, die Gott den anderen Menschen wieder zur Verfügung stellt."
Vikar Hermann Lange, zum Tode verurteilt, weil er Predigten von Bischof Galen vervielfältigt und ins Feld gesandt und damit ,, Wehrzersetzung" getrieben hätte, hinterließ wenige Stunden vor seinem Ableben den Eltern folgende Zeilen:
glauben!
,, Nicht grübeln! Hoch über Hadern und Hassen, hoch über allem Geschehen. Sonnenhoch über dem, was wir leben und sehen,
Unsere Gedanken nicht fassen, Sonnensicher bleibt eines bestehen: Gott ist gut!
Freund, das darf keiner uns rauben!"
Im letzten Brief vom 31. Oktober schreibt er: ,, Gott hat mir bisher geholfen, weil Eure Gebete mich trugen. Oh, was würde das für eine Gemeinschaft werden, wenn wir wieder zusammenkämen!! Aber sei gewiß: Sie kommt; wenn nicht in dieser unendlich kurzen Erdenzeit, so bestimmt dort in der Ewigkeit. Und das ist doch wahrlich die Hauptsache! Darum: Freuet Euch und sorget Euch um nichts! Phil. 4,4-7."
Das Büchlein, das über den Heldentod dieser Geistlichen und die Standhaftigkeit mitbeteiligter Laien berichtet, verdient wirklich das herrliche Wort von Reinhold Schnei der als Titel: ,, Wo Seine Zeugen sterben, ist Sein Reich."
, Wenn Ihr mich fragt, wie mir zumute ist, kann ich Euch nur antworten: Ich bin 1. froh bewegt, 2. voll großer Spannung! Zu 1: Für mich ist mit dem heutigen Tag alles Leid, aller Erdenjammer vorbei und Gott wird abwischen jede Träne von ihren Augen! Welcher Trost, welch wunderbare Kraft geht doch aus vom Glauben an Christus, der uns im Tod vorangegangen ist!... Schlagt doch die folgenden Stellen auf: I. Kor. 15,43 f. 55! Röm. 14,8. Ach, schaut doch hin, wo immer Ihr wollt, überall begegnet uns der Jubel über die Gnade der Gotteskindschaft. Was kann einem Gotteskind schon geschehen. Wovor sollte ich mich wohl fürchten? Im Gegenteil sage ich Euch: Freuet Euch, nochmals freuet Euch! Zu 2: Heute kommt die größte Stunde meines Lebens!... Jetzt wird für mich der Glaube übergehen in Schauen, die Hoffnung in Besitz und für immer werde ich Anteil haben an dem, der die Liebe ist!"
In einem Atemzug, aber in gleicher Bewunderung und Dankbarkeit sind die ragenden Gestalten im katholischen Pressekampf gegen Hitler zu nennen:
Adjunkt( Hilfspriester) Eduard Müller , erst Tischler und dann mit 29 Jahren Priester, kleidet den tiefsten Ausdruck seiner Gesinnung zuletzt noch in die Worte:
P. Friedrich Muckermann , der wie ein Verbrecher aus dem deutschen Volke ausgestoßen wurde und im Ausland, dem er viel Aufklärung gegeben hatte, sterben mußte ( 2. April 1946); sodann das Freundespaar P. Ingbert Naab und Fritz Gerlich . So kreuz und quer Gerlichs Lebensweg früher gewesen war, so gerade wurde er nach seinem Erlebnis von Konnersreuth und seiner Begegnung mit P. Ingbert Naab . Und gerade blieb Gerlichs Haltung und seine Zeitung„ Der Gerade Weg", auch als die braune Macht und Gefahr immer drohender wurde, auch dann noch, als Hitler zu Beginn des Jahres 1933 siegreich auf die Walstatt trat. Auf alles Drängen seiner Freunde, in die Schweiz zu fliehen, wo Geld für ihn bereitliege, ja auch noch auf telephonische Warnung von unbekannter Seite, wenige Stunden vor dem Überfall, hatte Gerlich nur die eine Antwort: ,, Ich bin bereit, für das, was ich geschrieben habe, mit meinem Leben einzustehen. Ich werde den Schreibtisch nicht verlassen."
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