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lieferung des Hirtenbriefes und beantworteten die Haftandrohung vielfach wörtlich mit der Aufforderung:„ Tun Sie Ihre Pflicht! Ich tue die meine!" Und als dann den Seelsorgern noch in der Nacht durch Sendboten der bestimmte Befehl der oberhirtlichen Stelle zuging:„ Der für 21. Juni erlassene Hirtenbrief ist unter allen Umständen von der Kanzel zu verlesen", stiegen am Sonntag mehr denn 5000 katholische Geistliche Bayerns auf die Kanzel und verlasen freimütig den verbotenen Hirtenbrief bis zum letzten Wort, gefaßt, gleich darauf ins Gefängnis abgeführt zu werden. Doch da geschah etwas bisher Unerhörtes: die mächtige Gestapo wich vor diesem geschlossenen und entschlossenen Widerstand zurück und nahm noch am Sonntagvormittag mit neuem Telegramm an alle Polizeistationen Bayerns ihre Maßnahmen zurück: ein Sieg der Verfolgten nicht bloß für den 21. Juni 1936, sondern für alle folgenden Jahre; denn niemals wagte es von da an der Nationalsozialismus in Bayern , die Verlesung von Hirtenbriefen zu verbieten. Er wußte: hier biß er auf Granit; hier holte er sich nur Blamage; hier stieß er auf den Geist, der vor 1900 Jahren auf alle Drohungen nur die Antwort hatte: ,, Man muß Gott mehr gehorchen als den Menschen!"( Apg. 5, 29).
Um so schärfer freilich ließ dann der Nationalsozialismus seine Wut aus gegen einzelne Vertreter der Kirche:
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Die Zahl 1493" für die katholischen Priester, die trotz des Todes von mehr denn tausend noch am 15. März 1945 im Kz Dachau waren, spricht dafür eine deutliche Sprache. Noch lauter spricht die Zahl der Todesopfer, die der Nationalsozialismus Bayerns katholischen Priestern forderte: 20! 6 getötet vom Volksgerichtshof , 6 ermordet Ein drittes von SS, 8 gestorben im Kz! Zeugnis von Zahlen: Das vorläufige Ergebnis einer Rundfrage über die politische Verfolgung des Klerus der Erzdiözese München :
-
Es erfolgten gegen 1296 katholische Diözesanpriester( davon 162 Ordenspriester) an Maßnahmen:
1526 292
I. Durch staatliche Behörden: Verhöre
Haussuchungen
189 Beschlagnahmungen von Akten usw. 696 am.liche Verwarnungen( an 274 Geistliche)
21
25
Redeverbote
Predigtverbote
42 Aufenthaltsbeschränkungen
17
Ausweisungen
137
Schulverbote
34 Zwangsversetzungen
52 Zwangsabdankungen
32 Beförderungsverweigerungen 26 Geldbußen
39
141
Kautionsauflagen
polizeiliche Festnahmen 84 Fälle von Polizeihaft
48 Fälle von Schutzhaft
24
131
Fälle von Kz- Haft
gerichtliche Untersuchungen ohne Haft 46 gerichtliche Untersuchungen mit Haft
84
Gerichtsverhandlungen
78 Verurteilungen( davon 45 Geldstrafen, 27 Gefängnisstrafen, 3 Zuchthausstrafen, 3 Todesstrafen[ 2 vollstreckt]).
II. Durch die Partei:
397 mündliche oder schriftliche Beanstandungen Vorladungen und Verhöre Verwarnungen
94
90
302 Androhungen
3 Geldbußen.
III. Durch berufsständische Stellen( Reichspressekammer, Reichsschrifttumskammer u. a.): 96
Beanstandungen.
18
20 Zurücksetzungen und Beförderungsverweigerungen
21 Wehrunwürdigkeitserklärungen 24 Disziplinar- oder Gerichtsverfahren, davon 3 Todesurteile, die aber nicht mehr vollstreckt wurden
15 besondere Verwendungen mit Strafcharakter
27 sonstige Maßregelungen.
V. Durch Presse, Rundfunk, Parteiredner 132 Geistliche in der Presse,
5 Geistliche im Rundfunk, 120
Geistliche in Versammlungen angegriffen. Wieviel Berufseifer, Charakterhaftigkeit und wahrer Priestergeist träte in Erscheinung, könnten wir des näheren die Gründe all dieser Maßregelungen katholischer Geistlicher im einzelnen darlegen! Nur ein paar Beispiele:
Ein P. Rupert Mayer , ganz Geradheit und Gerechtigkeit, konnte einfach nicht schweigen zu der Schmutzflut von Lüge und Verleumdung, die im Kampf gegen die Konfessionsschule und gegen wehrlose Ordensleute verspritzt wurde. Umgekehrt konnte und wollte er nicht reden, als man ihn zur Preisgabe eines Seelsorgsgeheimnisses zwingen wollte.
Am 28. 9. 39 von der Gestapo gefragt, wer bei ihm gewesen sei, um ihn für den ,, Bund der Königstreuen" zu werben, erklärte er, sich lieber sogleich verhaften zu lassen, als je den Namen derer zu sagen, die bei ihm Dies wiederholte er am gewesen seien.
3. 11. 39 mit dem Bedeuten, daß er niemals über Gespräche, die in seinem Zimmer geführt würden, Auskunft erteile, da alle Menschen zu ihm als der Seelsorger kämen. Für diese ,, Unbotmässigkeit" ließ er sich am gleichen Tag verhaften, um bis Mai 1945 nicht mehr in sein Zimmer zurückzukommen und ein halbes Jahr nach der Rückkehr zu sterben ( 1. 11. 45).
Der Karmelitenpater Gebhard Heyden sprach in ehrlicher Sorge um unser Volk: ,, Der Krieg ist ein Strafgericht Gottes für die Völker, und dieses ist noch nicht zu Ende. Deutschland muß wieder zu Christus zurückkehren!" Für diese zwei kurzen Predigtsätze
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