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Ich sah das Vernichtungslager / Konstantin Simonow
Entstehung
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rend ein anderer SS- Mann, der sich inzwischen unbemerkt an den Häftling herangeschlichen hatte, ihm mit einem dicken Brett einen Schlag auf den Kopf versetzte. Der Häftling verlor die Besinnung und fiel hin. Wenn er dann ein paar Minuten später zu sich kam und die Augen öffnete, sagten die vor ihm stehenden SS - Leute lachend: ,, Siehst du, jetzt bist du im Jenseits. Auch auf der anderen Welt sind Deutsche. Wie du siehst, kannst du dich vor ihnen nirgends retten." Da der blutüberströmte Mensch gewöhnlich nicht mehr die Kraft hatte, sich zu erheben, so galt er als dem Tode verfallen und wurde schließ­lich und endlich, nachdem man sich so ergötzt hatte, erschossen.

Der Spaß" Nr. 2 wurde in einem großen Wasserbecken durch­geführt, das sich in einer der Lagerbaracken befand. Der Häftling, den man als Schuldigen auserkor, wurde ausgezogen und in dieses Becken gestoßen. Er versuchte, wieder nach oben zu kommen und aus dem Becken zu klettern. Die SS - Leute, die in seiner Nähe standen, stießen ihn mit ihren Stiefeln wieder ins Wasser zurück. Wenn es ihm gelang, den Schlägen zu entgehen, hatte er das Recht, wieder heraus­zuklettern. Dabei mußte er aber noch eine Bedingung erfüllen: sich in drei Sekunden völlig ankleiden. Die SS - Leute kontrollierten das mit der Uhr in der Hand. Natürlich konnte sich niemand in drei Sekunden ankleiden. Und er wurde wieder ins Wasser gestoßen, wurde von neuem gequält, bis er ertrank.

Der Spaß" Nr. 3 hatte unbedingt den Tod des Opfers zur Folge, an dem man sich ergötzte. Bevor der Schuldige umgebracht wurde, führte man ihn in die Wäscherei zur silbrig glänzenden Wringmaschine. und zwang ihn, die Fingerspitzen zwischen die schweren Gummirollen zu stecken. Dann begann einer der SS - Leute oder auf ihren Befehl einer der Häftlinge, die Kurbel der Maschine zu drehen. Der Arm des Opfers wurde bis zum Ellbogen oder bis zur Schulter in diese Maschine gepreßt. Das Geschrei des Gemarterten war dabei der Hauptspaß. Selbstverständlich wurde ein Mensch mit zerquetschtem Arm, wie jeder andere, der nicht arbeitsfähig war, gleich nach der Marter um­gebracht.

Die hier aufgezählten ,, Vergnügungen" waren sozusagen allgemein üblich. Einzelne SS - Leute ergötzten sich noch auf ihre besondere Art Ich will nur ein Beispiel anführen, das von zwei Zeugen bestätigt wird. Einer der SS - Leute, der die Arbeiter beim Bau des neuen Krematoriums bewachte, ein neunzehnjähriger Bursche, trat ohne jeden Grund an den gesündesten und hübschesten der dort Arbeitenden heran, befahl ihm, sich zu bücken, und schlug ihn mit aller Kraft mit einem Knüppel auf den Hals. Als jener hinfiel, befahl der SS- Mann zwei anderen Häft­lingen, den am Boden Liegenden an den Füßen zu nehmen und ihn mit dem Gesicht nach unten umherzuschleifen, damit er wieder zu sich komme. Als man ihn jedoch hundert Meter über den gefrorenen Boden geschleift hatte, war er noch nicht zu sich gekommen und lag regungslos. Da packte der SS- Mann ein hohles Zementrohr, das für

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