sammengestellt werden konnte und es sich nicht lohnte, einen oder zwei Mann in den Wald zu führen. Da wurden ein bis zwei Kriegsgefangene zusammen mit den Häftlingen erhängt.
Bald war das erste primitive Krematorium aus zwei Ofen, von dem schon früher die Rede war, fertiggestellt. Die Gaskammer kam erst später zur Anwendung, sie war noch nicht fertiggebaut. Zu dieser Zeit war die Hauptmethode zur Ermordung der Kranken und Geschwächten folgende: an das Krematorium wurde ein kleines Zimmer mit sehr engem und niedrigem Eingang angebaut. Dieser Eingang war so niedrig, daß sich der Eintretende unbedingt bücken mußte. Zwei SS - Leute standen zu beiden Seiten der Tür und jeder von ihnen hielt eine kurze und schwere Eisenstange in der Hand. Wenn der Mensch, der durch die Tür gehen sollte, mit gebeugtem Kopf eintrat, erhielt er von einem SS- Mann einen Schlag mit der Eisenstange gegen den Halswirbel. Wenn der eine SS- Mann danebenschlug, half der andere nach. Wenn das Opfer dann noch nicht tot war, sondern nur die Besinnung verlor, hatte das keine Bedeutung. Der Gestürzte galt als tot und kam in den Verbrennungsraum des Krematoriums. Allgemein bestand im Lager folgende Regel: wer hingefallen war und nicht mehr aufstehen konnte, galt als tot.
Manchmal wurden die erschöpften Opfer stundenlang in den Hof getrieben, damit sie in der Kälte umkamen. Hier muß noch die sogenannte Abendgymnastik erwähnt werden. Sie bestand darin, daß die Leute, die ohnehin entkräftet und durch den Arbeitstag aufs äußerste erschöpft waren, nach der abendlichen Kontrolle gezwungen wurden, anderthalb Stunden lang durch kniehohen Morast im Winter um den ganzen durch den Schnee und im Sommer in der Hitze Wohnblock zu rennen. Dieser Weg ist über einen Kilometer lang. Am Morgen wurden die Leichen, die am Zaun des Blocks lagen, eingesammelt.
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Das waren sozusagen die üblichen, alltäglichen Tötungsmethoden. Aber die Bestien, die schon Menschenblut geschmeckt hatten, begnügten sich nicht mit gewöhnlichen Methoden. Die Ermordung ihrer Opfer war nicht nur eine Arbeit, sondern auch eine Zerstreuung. Wir wollen nicht über die ,, Zerstreuungen" sprechen, die in allen deutschen Lagern üblich waren, wie z. B. das Schießen von den Wachttürmen auf Häftlinge, die als Zielscheibe dienten, oder das Totprügeln von Hunderten halb verhungerter Menschen, wenn sie sich auf ihnen hingeworfene Knochen stürzten. Wir erwähnen hier nur einige Zerstreuungen, die typisch für das Lubliner Lager waren.
Der erste geistreiche Spaẞ" sah so aus: einer der SS - Leute schikanierte irgendeinen Häftling und erklärte, daß dieser die Lagerordnung verletzt habe und deshalb erschossen werde. Der Häftling wurde an die Wand gestellt, und der SS- Mann zielte mit seinem Parabellum auf dessen Stirn. In Erwartung des Schusses schloß das Opfer in 99 Fällen von 100 instinktiv die Augen. Da schoß der SS- Mann in die Luft, wäh
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