unter kam es natürlich vor, daß ein Häftling von der Arbeit aufsah, um den schmerzenden Rücken geradezurichten. Die SS - Aufseherinnen jagten dann diese großen, besonders abgerichteten Schäferhunde und Doggen auf die Unglückliche. Vor den Augen der anderen Häftlinge spielte sich dann eine kurze, grauen volle Szene ab, dieman mit Wortenkaum wiedergeben kann. Ein zerfetzter, aus allen Wunden blutender Frauenleib wurde immer wieder von den blutgierigen Hunden angefallen, bis das Leben aus ihm entwichen war. Schließlich brachte man den Leichnam beiseite und verscharrte ihn sogleich an Ort und Stelle.
Ich selbst war Zeuge eines ähnlichen Falles, bei dem einer dieser Hunde auf ein junges Mädchen losging, ihr die Kleider vom Leibe riß und der Unglücklichen unter furchtbaren Schreien die Geschlechtsorgane so zurichtete, daß sie kurz darauf infolge hohen Blutverlustes verstarb. Diese Vorfälle, wohl eine der abscheulichsten Methoden der SSLeute, wiederholten sich zeitweilig mehrfach am Tage.
Eine der Hauptverantwortlichen hierfür war die 34jährige SS - Aufseherin Lehmann, die es vor allem darauf anlegte, die Häftlinge mit den schamlosesten kaum wiederzugebenden Schimpfwörtern zu belegen. Es gab keinen Kraftausdruck, keine Zote, die sie nicht im Munde geführt hätte.
Vergebliche Erpressungsversuche im Bunker
Nachdem ich lange Zeit in den Außenkommandos gearbeitet. hatte, verfiel die Lagerkommandantur auf den Gedanken, mir die Züchtung von Angora- Kaninchen zu übertragen. Meine Aufgabe war, den anfänglich geringen Tierbestand nach Möglichkeit zu erhöhen. In zweijähriger Arbeit hatte ich hier auch ansehnliche Erfolge erzielt. Während dieser Zeit war ich selbständig und vor den Terrorakten der Aufseherinnen einigermaßen geschützt.
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