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Frauen im Konzentrationslager Ravensbrück / Helmut Franz
Entstehung
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unter kam es natürlich vor, daß ein Häftling von der Arbeit aufsah, um den schmerzenden Rücken geradezurichten. Die SS - Aufseherinnen jagten dann diese großen, besonders abgerichteten Schäferhunde und Doggen auf die Unglückliche. Vor den Augen der anderen Häft­linge spielte sich dann eine kurze, grauen volle Szene ab, dieman mit Wortenkaum wieder­geben kann. Ein zerfetzter, aus allen Wunden bluten­der Frauenleib wurde immer wieder von den blutgierigen Hunden angefallen, bis das Leben aus ihm entwichen war. Schließlich brachte man den Leichnam beiseite und ver­scharrte ihn sogleich an Ort und Stelle.

Ich selbst war Zeuge eines ähnlichen Falles, bei dem einer dieser Hunde auf ein junges Mädchen losging, ihr die Kleider vom Leibe riß und der Unglücklichen unter furcht­baren Schreien die Geschlechtsorgane so zurichtete, daß sie kurz darauf infolge hohen Blutverlustes verstarb. Diese Vorfälle, wohl eine der abscheulichsten Methoden der SS­Leute, wiederholten sich zeitweilig mehrfach am Tage.

Eine der Hauptverantwortlichen hierfür war die 34jährige SS - Aufseherin Lehmann, die es vor allem darauf an­legte, die Häftlinge mit den schamlosesten kaum wieder­zugebenden Schimpfwörtern zu belegen. Es gab keinen Kraftausdruck, keine Zote, die sie nicht im Munde ge­führt hätte.

Vergebliche Erpressungsversuche im Bunker

Nachdem ich lange Zeit in den Außenkommandos ge­arbeitet. hatte, verfiel die Lagerkommandantur auf den Ge­danken, mir die Züchtung von Angora- Kaninchen zu über­tragen. Meine Aufgabe war, den anfänglich geringen Tier­bestand nach Möglichkeit zu erhöhen. In zweijähriger Arbeit hatte ich hier auch ansehnliche Erfolge erzielt. Während dieser Zeit war ich selbständig und vor den Ter­rorakten der Aufseherinnen einigermaßen geschützt.

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