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Frauen im Konzentrationslager Ravensbrück / Helmut Franz
Entstehung
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Trotzdem ließ die Dresdner Gestapo nicht von ihrem Vorhaben ab, durch Frau P. andere, der Gestapo bereits bekannte Dresdner Kommunisten ausfindig zu machen, Da ihr die Wohnung des ehemaligen Funktionärs Knorr be- kannt war, sollte Frau P. ihn der Gestapo ausliefern. Sie warnte ihn jedoch rechtzeitig, sodaß er beim Eintreffen der Gestapo nicht anwesend war.

2 Jahre Untersuchungshaft

Mit der Erfolglosigkeit des letzten Falles gab die Gestapo ihren Versuch, Frau P. in ihren Spionagedienst einzu- spannen, auf. Sie wurde daraufhin in das Untersuchungs- gefängnis in Leipzig gebracht, weil dort die Hauptver- handlung gegen sie stattfinden sollte. Dort hat sie ein -JahrlanginEinzelhaftunterVerhängung des Schreibverbotes zubringen müssen. Der Ge-

fängnisarzt, Obermedizinalrat Dr. Rodewald, erleich- terte jedoch ihre Haft insoweit, als dieser Frau P. zur Assistentin bei seinen wöchentlichen Besuchen bestellte. Außerdem sorgte er auf ihre Bitte hin dafür, daß sie von ihren Bekannten Geld für die Selbstbeköstigung erhielt.

Dann kam sie in Gemeinschaft mit einer Frau, die unter der Beschuldigung des Verstoßes gegen$ 218 des StGB. in Haft gesetzt war.Ich hatte den Eindruck, sagte Frau P. in diesem Zusammenhang,daß man mit mir äußerst wohl- wollend umging.

Die letzten fünf Monate vor der Verhandlung, vor dem Volksgerichtshof , brachte sie im Untrsuchungsgefängnis Berlin-Barnim zu.

Diese Haft verlief ohne besondere Zwischenfälle. Nur am Verhandlungstage selbst, am 11. Mai 1940, wurde Frau P. eine Viertelstunde vor Beginn der Verhandlung diese dauerte von 9 Uhr vormittags bis 15 Uhr nachmittags durch einen grobschlächtigen, Gefangenenwachtmeister. in äußerst zudringlicher Weise belästigt. Das geschah bereits

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