Bericht einer Frau über ihre Erlebnisse
als politische Gefangene
Als am
Is die Frau Elli Psybille, geboren am 3. Juni 1909 in Mangschütz, Kreis Brieg , aus dem Frauenkonzentrationslager. Ravensbrück zurückkam, machte sie eingehende Angaben über die Grausamkeiten und Verbrechen der Nazisten.
Frau P. wurde am 16. Februar 1939 in Dresden bei ihren Angehörigen um 8 Uhr morgens verhaftet. Es wurde ihr ,, Vorbereitung zum Hochverrat und Begünstigung zum Landesverrat" zur Last gelegt.
Nach fast zweijähriger Untersuchungshaft wurde sie vom 4. Senat des Volksgerichtshofes in Berlin am 11. Mai 1940 zu 3 Jahren Zuchthaus verurteilt. Die erlittene Untersuchungshaft wurde angerechnet.
Die Verhaftung wurde von zwei Beauftragten der Gestapo in Zivil durchgeführt. Der Verdacht, daß die Frau P. Be-ziehungen zum Ausland unterhalten hätte, gründete sich vor allem auf die Tatsache, daß sie in Prag als Einkäuferin bei einer größeren Textilfabrik beschäftigt war und in dieser Eigenschaft verschiedene Reisen in das deutsche Reichsgebiet. unternehmen mußte. Sie unterhielt jedoch als Kommunistin zu ihren Dresdener Genossen engste Beziehungen. Ein regelmäßiger Briefwechsel sorgte für ständige Verbindung. Tatsache ist, daß sie auch in Dresden zu einem kommunistischen Schriftsteller illegale Beziehungen hatte. Frau P. brachte darüber hinaus aus der Tschechoslowakei Flugschriften politischen Inhalts nach Dresden , wo sie unter ihren Genossen und Gesinnungsfreunden verbreitet wurden.
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