Druckschrift 
Und Gott lacht ... : Predigt eines holländischen Pfarrers gehalten am Ostermontag 1944 im Konzentrations-Lager Dachau / Willem Eicke den Hertog
Entstehung
Seite
12
Einzelbild herunterladen

-

zu nehmen. Was wäre wenn es ihr gelungen wäre aus Thomas und Petrus und den anderen Jüngern geworden, was wäre aus der ganzen Kirche Christi geworden, und aus dem Evangelium des Ostermorgens? So blind sind wir aber, daß wir nicht sehen, wie wir selbst immer der Herrlichkeit Gottes im Wege stehen, bis der Herr es uns entdeckt. Nein, Ostern kommt nicht für die eine Hälfte von Gott und für die andere Hälfte von Maria oder von uns her. Mit Maria, mit uns ist es nicht getan, wir bleiben mitten im Tode liegen. Ostern lehrt uns gerade: nicht wir, sondern Christus. Die Freude von Ostern heißt: nicht ich lebe, sondern Christus in mir.

,, Halte mich nicht fest." Halte mich nicht von meinem Werke zurück. Soll Maria denn wieder weinen müssen?

Weinen über sich selbst, über den Herrn, der sie verlassen will, über die Herrlichkeit, die sie verlieren muß. Aber Maria braucht nicht zu weinen. Ostern ist viel herrlicher noch als sie meint. Sie braucht Ihn nur mit ihr Ostern feiern zu lassen. Christus will Maria ihren Trost nicht nehmen. Er will sie immer mehr trösten. ,, Denn- sagt Er- Ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater." Er war gehorsam auf dem Wege seiner Erniedrigung, jetzt wird Er auch gehorsam auf dem Wege seiner Erhöhung. Wie Er vom Vater ausgegangen ist, kehrt Er zu Ihm zurück, um Ihm den erfüllten Auftrag wieder zu geben. Er hat den Sieg davongetragen, jetzt soll Er aus des Vaters Händen die Siegeskrone empfangen. Er soll noch den Platz einnehmen, der Ihm gebührt, zur Rechten des Vaters, wo er in der Fülle des Wortes ,, Meister" heißen soll, König der Könige, Herr der Herren, ein Name, der über alle Namen ist.

Die Osterfreude ist nicht das Teilerlebnis einer kleinen Seele, sie hat die Aussicht der ewigen Freude in der Herrlichkeit des Vaters, in der alles um­fassenden Glorie unzählbarer Welten. Sie ist nicht gebunden an einen Augen­blick, an dich und diese Erde. Die Osterfreude ist allein an den Herrn ge­bunden, der sie weiterträgt bis zum Vater, wo er sie austeilen kann mit vollen Händen. Davon soll Maria Ihn nicht zurückhalten, vielmehr: sie soll Ihm dabei helfen, denn - ,, Gehe hin zu meinen Brüdern". sagt Er

-

-

Für welche Leute ist die Osterbotschaft des Herrn bestimmt? Welche Men­schen nennt der Herr seine Brüder? Diese Jünger, die Ihn in der Stunde der Entscheidung alle verlassen haben. Diesen Petrus, der Ihn verleugnete. Diese armen, hoffnungslosen Menschen, die am dritten Tag nur weinen können. Er schämt sich nicht sie Brüder zu heißen. Brüder in seiner Auferstehung. Er, der Erstgeborene von den Toten, aber mit Ihm die vielen, die Er sich erworben hat durch seinen Sieg. Die Osterbotschaft geht aus in diese Welt des Todes,

12

W

u

E

te

fr

J

fa

e

a

E

d

S

Z

I

a

U