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Und Gott lacht ... : Predigt eines holländischen Pfarrers gehalten am Ostermontag 1944 im Konzentrations-Lager Dachau / Willem Eicke den Hertog
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die du blind und taub bist für mich. Maria, so wie du bist, bist du mein Eigen­tum. O herrliches Lachen des Ostermorgens: ,, Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein!" Das spricht der Auferstandene, dem alle Macht im Himmel und auf Erden gegeben ist, weil Er der Sieger über Sünde, Teufel und Tod. Er bleibt nicht ferne, Er kommt zu uns, persönlich. Er sucht uns auf und besiegt mit seinem Machtwort unser Weinen, unsere Blindheit, unsere Verstocktheit. ,, Maria!" ruft Er. Nichts mehr. Aber es genügt. So ruft Er uns, persönlich, wie wir sind. Nicht schöner und besser. Nicht im sonntäglichen Kleid, wie wir sind im Kleide des Todes, verlorene Sünder, die nichts mehr zu hoffen haben, deren am Ende das gähnende Grab wartet. So sagt Er zu uns: Du bist mein Eigentum im Leben und Sterben. Herrliches Lachen des Ostermorgens! Wenn wir wach werden aus unserem Todesschlaf, steht Er bei uns: der Lebendige. Und das Lachen Gottes geht breit durch Himmel und Erde. Freude über den einen Sünder, der zurückgekehrt ist. Und wir sind verwundert, daß wir so blind und taub waren, daß wir dieses göttliche Lachen nicht früher gehört haben, und daß wir nicht eher gespürt haben, wie am dritten Tage die Sonne der Gerechtigkeit aufgegangen ist.

Jetzt hat Maria es tatsächlich gehört! ,, Da wandte sie sich um und spricht zu ihm: ,, Rabbuni!" Da hat der lebendige Herr ihr den Star gestochen. Nicht der Tod steht vor ihr, sondern das Leben. Sie suchte den toten Herrn, bis der lebendige Herr sie fand. Sie probierte Jesus im Grabe zu halten, bis Jesus sie dem Todesreich entriẞ. Sie konnte nur weinen, bis Gott anfing zu lachen tief in ihrem Herzen, so daß sie wohl lachen muß: das Lachen Gottes über Himmel und Erde, das Lachen der Engel im leeren Grabe, das Lachen Christi über ihr verlorenes Leben. Und da lacht sie unter Tränen: Rabbuni ! Göttlicher Meister!"

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Seliges Wissen: Ich bin geborgen für Zeit und Ewigkeit. Gott hat mir ein Lachen zugerichtet. Heute hat Er mir das Kind seiner Verheißung, den Erst­geborenen von den Toten geschenkt. Gerade als ich meinte, jetzt ist alles aus und gehört alles dem Tode. Aber am Ostermorgen ist es aus mit dem Tode. Königlich steht der Herr auf, und der Tod ist verschlungen in seinem Sieg. Jetzt können wir dem Tod ins Gesicht lachen: ,, Tod, wo ist dein Stachel?"

Ostermorgen. Morgen des Lachens. Wir dürfen lachen von Gott her. Denn Er hat uns den Sieg gegeben durch Jesus Christus unsern Herrn! Wo wir nur weinen konnten, wächst Gottes Lachen wunderbar. Diese Freude klingt durch in dem einzigen Wort der Maria, in dem immer wiederholten Bekenntnis der Kirche: ,, Meister!"

Meister, der uns lachen lehrt am dritten Tage. Mitten in unserem Elend

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