BLUTHUNDE
Ein paar Bluthunde haben Stellung genommen unter trauerndem Mond und beginnen das Werk der Metzelei.
Kalt, die Hände in den Hosentaschen, seelenlos, ein paar uniformierte Mechanismen, schicken sie sich an, ein Volk zu liquidieren. ,, Die Sonne wird den Völkern der Erde nicht scheinen, bis der letzte Jude tot ist."
Also vollziehen sie die Schlächterei nachts. Die Sonne des nächsten Tages wird keinen Juden mehr über der Erde finden.
Der breite Lichtrachen des Scheinwerfers öffnet sich. Maschinengewehre blitzen auf. Ein zuckender Haufen wird vorwärts getrieben. Die Ersten wanken umschlungen in den Tod. Ein Wall erhobener Fäuste folgt. Betende Hände flattern.
Da hetzen Geistmenschen neben Handwerkern, Dichter neben Lastträgern. Sie hetzen, stolpern, fallen. Halten sich, umschlingen sich und stürzen.
Mit deinen Armen willst du ein Kindlein schützen, sterbender Greis?- Die Geschosse der Bluthunde zögern nicht. Sie machen weder halt vor dem Greis, noch machen sie halt vor dem Kind. Sie fragen auch nicht, ob sie die Lunge zerreißen oder das Herz. Oder nur Arme und Schenkel.
Auch die Lebenden werden in die Grube getrieben. Schicht über Schicht.
Wenn die Sonne sich erhebt, ist kein Jude mehr über der Erde. Es ist nur ein ungeheurer, geschlossener Hügel da, der von Blut und Schweiß, von Schreien und zuckendem Fleisch auf und ab wogt. Lange noch.
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