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Das war Buchenwald! : ein Tatsachenbericht / herausgegeben von der Kommunistischen Partei Deutschlands, Stadt und Kreis Leipzig ; zusammengestellt und bearbeitet von Rudi Jahn
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Ettersberg feierten die faschistischen Massenmörder im Hause des er­sten Lagerführers Schobert noch Orgien.

Unterdessen faßte die antifaschistische Leitung den Beschluß, einen der 46 Kameraden aus dem Lager zu schmuggeln, um eine Verbindung mit den Amerikanern herzustellen. Es gelang. In einer Kiste wurde er nach Weimar gebracht. Leider war es ihm nicht möglich, sich so weit durchzuschlagen, um mit den Amerikanern den Kontakt herzustellen. Am Sonntag, den 8. April, gab es bereits um 9 Uhr morgens Flieger­alarm. Hatten die Häftlinge nach dem Augustbombardement noch Angst vor Angriffen, so schaute an jenem Sonntag jeder zum Himmel und hoffte inbrünstig, daß die Rettung durch die amerikanischen Flie­ger kommen möge. Ungeachtet des Alarms wurden die Blockältesten um 11 Uhr ans Tor gerufen. Der erste Lagerführer erschien persönlich und erklärte kurz: ,, Meine Herren, wir müssen gehen; bis 12 Uhr muß das Lager leer sein..." Kaum war der erste Schock überwunden, kam die Parole heraus: die Amerikaner stehen nur noch 12 Kilometer vor Weimar . Und nun erfaßte ein fester Entschluß die verbliebenen 39 000 Häftlinge. In allen Sprachen Europas fand er seinen Ausdruck: ,, Wir gehen nicht!" Der Rapportführer brüllte durch das Mikrophon: ,, Lagerältester, aufmarschieren lassen!" Niemand bewegte sich. In den Blocks und auf den Lagerstraßen waren Tausende in Alarmbereitschaft. Gespannt harrten sie der Dinge, die nun kommen sollten... Der Wagen des Kommandanten kam in das Lager. Zwischen den ersten Baracken stieg Pister mit seinem Stab aus. Er begab sich in den nächstgelegenen Franzosenblock und fragte den Blockältesten, warum er die Leute nicht auf den Appellplatz führe. Der Blockälteste, ein lange Jahre inhaftier­ter Kommunist, erwiderte, die Häftlinge hätten Angst vor der Evaku­ierung, da sämtliche Straßen und Ebenen durch Tiefflieger und Bom­ber gefährdet seien. Außerdem hätten die Leute den ganzen Tag noch nichts zu essen bekommen. Pister antwortete, daß er die Essenausgabe veranlassen werde. Gleichzeitig versuchte er, eigenhändig die Evaku­ierung vorzunehmen. Er faßte zwei französische Häftlinge, zog sie aus dem Block und hieß sie auf der Straße stehenzubleiben. Dann holte er zwei andere aus dem Block. Inzwischen waren die ersten zwei wieder verschwunden. Daraufhin gab der Kommandant seine Evakuierungs­versuche auf. Um 12 Uhr sollte das ganze Lager leer sein. Aber in­zwischen war es schon 12 Uhr 30 geworden und noch kein einziger Häftling war unterwegs. Durch den Lautsprecher wurde aufgefordert, freiwillig mit dem Bahntransport wegzufahren. Wiederum meldete

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