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Das war Buchenwald! : ein Tatsachenbericht / herausgegeben von der Kommunistischen Partei Deutschlands, Stadt und Kreis Leipzig ; zusammengestellt und bearbeitet von Rudi Jahn
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Die sanitären Verhältnisse im ,, kleinen Polenlager" und der strenge Winter des Jahres 1939 sowie die völlige Aushungerung brachten es mit sich, daß der Hungertyphus und eine Ruhrepidemie von bisher nicht dagewesenen Ausmaßen ausbrach. Hilfe von seiten der SS - Lagerlei­tung war natürlich nicht zu erwarten, obwohl man eine primitive Bretterbude erbaute, die als Krankenrevier dienen sollte; sie wurde aber von SS - Hauptscharführ. Blank dazu benutzt, den dort liegenden Kranken die Todesspritze zu verabreichen. In der Mitte des Appell­platzes im Polenlager lagen zu dieser Zeit im Schlamm und Schnee Berge von Leichen. Jeden Tag starben oder wurden getötet 40-50 Mann, einmal waren es sogar 65 Mann an einem Tage. Der Anfall an Leichen war so stark, daß die Krematorien in Weimar , Jena und Leip­ zig mit der Arbeit nicht nachkamen, so daß an der Fertigstellung eines eigenen Krematoriums in Buchenwald gearbeitet wurde. Ehe es fertig­gestellt war, wurden Tag für Tag Autos vollgepackt mit primitiven Holzkisten, in denen die Gemordeten nach den umliegenden Krema­torien transportiert wurden. Bei einem dieser Transporte verlor ein Auto mitten in der Stadt Weimar zwei dieser ,, Särge", was bei der rasenden Fahrt nicht bemerkt wurde. Die Kisten schlugen entzwei und die splitternackten, zum Skelett abgemagerten Leichname lagen zum Anschauungsunterricht für die Weimarer Bevölkerung auf der Straße. Als die Ruhr dann in das übrige Lager übergriff, brachte man ein fahrbares Krematorium ins Lager und verbrannte die Toten öffent­lich vor den Augen der Lagerinsassen. Diese fahrbaren Krematorien sahen aus wie große Teerkocher. Ihre Bedienungsmannschaften erzähl­ten, daß die Herstellerfirma schon vor Beginn des Krieges einen Auf­trag für 150 solcher Maschinen ausgeführt habe. Mit Schürstangen wurden die Leichen in den Ofen gestoßen. Die Zeiten des Mittelalters und der Inquisition wurden durch diese bestialische Handlungsweise weit in den Schatten gestellt.

Wochenlang drangen die Lager ältesten auf Unterbringung der Po­ len ins große Lager, um die Kranken im Revier und die noch einiger­maßen Gesunden in den Wohnblocks unterzubringen. Aber die SS­Mörder der Lagerführung hatten es nur auf die Vernichtung abgesehen. Erst dann, als die Lagerältesten ihnen begreiflich machen konnten, daß die Ruhrepidemie ja vor dem Stacheldraht nicht Halt macht und einige SS - Leute selbst die Ruhr bekamen, wurde dem Lagerältesten gestattet, das Polenlager zu räumen. Ungefähr 300 Polen waren die traurigen Überreste des Polenlagers. Bei ihrer Übernahme in das all­

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