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Das war Buchenwald! : ein Tatsachenbericht / herausgegeben von der Kommunistischen Partei Deutschlands, Stadt und Kreis Leipzig ; zusammengestellt und bearbeitet von Rudi Jahn
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waren kaufen zu können. Entlohnung durch die SS erhielt bekanntlich keiner.

Zunächst war die Kantine die einzige Möglichkeit, sich an den Häft­lingen zu bereichern. Der gesamte Bedarf des Häftlingslagers wurde teils von der ,, SS - Gemeinschaft Dachau " gedeckt, teils über die Bu­chenwalder Führerküche. Beide Einrichtungen stritten sich jahrelang um den Profit an den Häftlingsgroschen und das Verkaufsprivileg. Die SS - Kantinengemeinschaft Dachau, deren Chef der berüchtigte Eicke war, raffte die Profite als Zentrale für die Bonzen der NSDAP und der SS, während Einkäufe über die Führerküche Buchenwald es den Buchenwalder SS - Führern möglich machte, von 1937 bis 1943( vier Kriegsjahre inbegriffen) herrlich und in Freuden umsonst, auf Kosten der Häftlinge bei gemeinen Wucherpreisen zu leben.

Ich wünschte, jeder meiner Leser hätte Gelegenheit gehabt, einen Speisezettel des Führerheims einmal zu sehen, als bereits im Reich alles aufs schärfste rationiert war. Es fehlte nichts! Von den besten Weinen, Likören und Sekt, bis zu den seltensten Delikatessen, Kon­serven, Fleisch, Wurst, Schokolade und Keks war alles da oder wurde SS - mäßig beschafft. Jeder Führer wußte, wo das Geld herkam, aber keiner hat sich geschämt, dort kostenlos zu fressen und zu saufen. Das Wohlleben steigerte sich mit der Vergrößerung des Lagers. Waren es zuerst nur verhältnismäßig wenig Häftlinge im Lager, so änderte sich die Situation 1938 durch die große Judenaktion. Mit den Juden kamen Ströme von Geld und Wertsachen. Und nicht die blühendste Phantasie kann sich ausmalen, was sich täglich für Kriminalfälle abspielten.

Zweifellos war es eine primitive Form der Enteignung, den jüdischen Besitzer einer goldenen Uhr oder goldener Zähne einfach totzuschla­gen, um das Gewünschte zu bekommen. Geschäftstüchtiger war es schon, im Rahmen der Gesamtheit die Juden zu schröpfen und total auszuplündern. Die SS setzte für die an die Juden zu verkaufenden Waren Sonderpreise fest, und damit war für sie das Problem gelöst.

Am 9. November 1938 startete die Rathaktion, die ihr vielleicht noch durch den Sturm auf Judenläden und das Anbrennen von Syna­gogen in Erinnerung habt. Buchenwald brachte diese Aktion 10000 Zugänge, die offiziell nicht ins allgemeine Häftlingslager übernommen wurden, die nicht eingekleidet wurden und somit ihr gesamtes Eigen­tum behielten. Diese Juden wurden in fünf besonderen Baracken un­tergebracht. Zu schildern, was sich dort abspielte, ist nicht meine Auf­gabe. Es sei nur soviel bemerkt, daß Hunderte wahnsinnig wurden,

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