bringt uns vielleicht der Abend
das Ende der Arbeitszeit.
Abend und Morgen
das sind fast leere Begriffe,
alles ist nur ein
grauer Brei der Zeit.
Wenn nach dem Morgen- Appell
einer mal ,, Abend" pfiffe
oder die Knochenhand
uns am Mittag griffe,
das wäre uns alles eins;
wir sind immer bereit.
Und weil wir so alle Tage
bereit sind zum Tode,
ist uns das Leben
nahe wie nie zuvor.
Auf seiner tyrannischen Waage
entscheidet das rote
lebendige Blut,
und hebt die Gewichte empor.
Wir fragen nicht mehr
nach irgendeinem Kalender.
Wir fühlen in Tag und Traum
nur dunkle Nacht.
Und wissen
ein Morgen ist aller Nächte Beender.
Und halten für diesen Morgen
die Nächte Wacht.
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