Der Zustrom von Massentransporten aus der Sowjetunion hatte nach Rückeroberung des größten Teiles der Ukraine durch die Rote Armee
aufgehört. Es kamen zwar fortgesetzt sehr viele„normale Zu- gänge“, d. h. Gefangene, die aus den deutschen Polizeigefängnissen auf Anweisung Himmlers zum Arbeitseinsatz in die Konzentrations- lager überführt wurden, doch konnten diese Zugänge den Bedarf nicht decken. Die SS mußte neue Quellen erschließen. i
Vom Frühsommer des Jahres 1944 ab waren es ungarische Juden, die in unübersehbaren Massen in die deutsche Sklaverei verschleppt wurden. Im August folgte ihnen die aus Warschau evakuierte polnische Zivilbevölkerung.
Tabelle V Datum Anzahl Häftlingsart Herkunft 94. Mai 1944... 2.2.1000 Unsar. Juden Auschwitz 9. uni 1944 5 20231000 Ungar. Juden Budapest 18. Juni 1944.22 22.2.3000 Ungar. Juden Auschwitz 16. Juln 1944 72°,...2.,..,.2500 Ungar. Juden Auschwitz 5. August 1944.... 1459 Poln. Juden i 13. August 1944.... 2561 Eväk. Polen Warschau 15. August 1944...- 1999 Evak. Polen Warschau über Auschwitz 9. November 1944.. 615 Ungar. Juden Graz 18. Januar 1945...... 2840 Poln. Juden 20. Januar 1945.... 1446 Poln. Juden
Auch andere Ereignisse zeigten ihre Auswirkungen in neuen Zu- gängen für das KZ. Buchenwald . Unruhen an der Osloer Universität brachten am 15. Januar 1944 349 norwegische Studentennach Buchen- wald.
Im November 1944 wurde„Zwischenhaft II“ eingeführt. Wehr- machtsangehörige, meist wegen Fahnenflucht und unerlaubter Ent- fernung von der Truppe von Militärgerichten zu hohen Zuchthausstra- fen verurteilt, erhielten ‚„‚Zwischenhaft‘, d. h. sie wurden in die Kon- zentrationslager geschickt, um nach den Plänen Himmlers nach Kriegs- ende den Rest ihrer Strafe wieder im Zuchthaus abzubüßen. Auf be- sondere Anordnung der höchsten Stellen in Berlin mußten sie alle in das KZ. Mittelbau, d. h. nach ‚„‚Dora“ geschickt werden. Dort wur-
36


