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In diesen Räumen befand sich auch die Zentrale der Großlautsprecheranlage, durch die Befehle an das gesamte Lager ausgegeben wurden. Das Mikrofon konnte im Raum des Rapportführers oder im Freien aufgestellt werden. Über dem Tor waren zwei Riesenlautsprecher für den Appellplatz angebracht und in jeder Baracke und Werkstatt Zimmerlautsprecher, die Tag und Nacht ihre Stimme ertönen ließen. Wir werden sie nicht vergessen, diese Befehlsstimmen, die wir nur zu schnell unterscheiden lernten, die uns zum Appell und ans Tor riefen, und die wir so oft verwünscht und verflucht haben, auf die wir klopfenden Herzens horchten, wenn einzelne wenige zur Entlassung aufgerufen wurden und mit angespanntem Atem lauschten, wenn andere zur Bestrafung oder gar zur letzten Aburteilung bestellt wurden. Dazwischen kamen die täglichen Rufe nach dem Friseur für den Kommandanten, nach dem Kalfaktor für den Lagerführer, nach dem LA 1 und der Schreibstube, nach Blockältesten und Kapos, die Gutes oder Schlimmes bedeuten konnten und oft Anlaß zu schwersten Befürchtungen oder wildesten Parolen bildeten, die wir uns nur heimlich gegenseitig zuzuflüstern wagten. Da wurde immer von einer Lagerordnung geredet, die kein einziger Häftling jemals zu Gesicht bekommen hat und von Bestrafungen, die alle nur zu genau kannten. Satzteile wie: ,, Arsch voll- wird exemplarisch bestraft- morgen nichts zu fressen- aber im Laufschritt-". Schimpfworte wie: ,, Mistvogel, Sauhund, Arschlöcher"; einzelne Sätze wie: ,, Der Stubendienst in den Wald, den Vogel suchen!"; wenn ein Häftling beim Appell nicht mit angetreten war, oder später, als die Luftangriffe auf Deutschland immer mehr zunahmen: ,, Feuerwehr und Sanitrupp ans Tor!" werden uns immer wieder im Ohre nachklingen. Welchen Jubel lösten dagegen die Worte unseres Lager ältesten am 11. April 1945 aus, als er durchrief: ,, Kameraden, das Lager ist befreit, die SS ist verjagt, die Gewalt befindet sich in unseren Händen!"
Direkt vor dem Tor im Lager erstreckt sich ein riesiger Appellplatz auf dem bequem 20000 Mann antreten konnten. Er war ursprünglich noch einmal so groß geplant gewesen, aber bei Ausbruch des Krieges erst zur Hälfte fertiggestellt. Die andere Hälfte wurde dann später für andere Zwecke verwendet. Dort befand sich im Herbst und Winter 1939 das berüchtigte Polenlager, worüber später berichtet wird, und dort wurde 1940 das Krematorium mit der Leichenhalle und 1942 große hölzerne Werkstattbaracken erbaut, in denen- wohlgemerkt innerhalb des eigentlichen Wohnlagers- Kriegs- und Rüstungserzeug
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