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Fern und ewig leuchtet Frieden : ein Erlebnis aus dem Zeitgeschehen nach Berichten sowie Aufzeichnungen eines zum Tode Verurteilten / dargestellt von Willo Wenger
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dem er sich letzthin verantwortlich fühlt, und dieser kann nur Gott sein."-

Dr. T. bricht als erster das entstandene Schweigen. ,, Was fehlt Dir?" wendet er sich an Horst. ,, Du schaust so schlecht aus!"

-

Horst. Nach kurzer Pause fügt er hinzu: ,, Ich hatte ein unangenehmes Erleb­nis heute früh!"

,, Nichts Besonderes", antwortet Horst.

,, Nun erzähl schon!" fährt Dr. T. etwas ungeduldig fort, als Horst wieder schweigt.

,, Es fing ganz harmlos an", beginnt Horst endlich mit verhaltener Stimme, und das Entsetzen über das Erlebte steht deutlich in seinem Gesicht.

,, Ich mußte wie täglich die Tagesmeldung über den Per­sonalstand dem SS - Führer Theo bringen. Ich habe mir ihm gegenüber nie etwas zu Schulden kommen lassen. Aber irgendwie fühlt er wohl meinen Abscheu vor ihm. , Hier ist die Tagesmeldung'. Damit übergab ich ihm in seinem Zimmer die Liste. Er nahm die Liste und sah sie gelangweilt an. Dann musterte er mich. Er nahm den Revolver, der vor ihm auf dem Tisch lag und spielte damit.

, Gesichert, entsichert, gesichert, entsichert', sagt er, die Pistole abwechselnd sichernd und entsichernd, während er mich scharf dabei mustert.

Ich muß die Liste mit seiner Unterschrift wieder mitneḥ­men und deswegen warten, und er weiß das. Ich ver­suche gleichgültig auszusehen.

Da steht er auf und hält mir den Revolver an die Schläfe.

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