FERN UND EWIG LEUCHTET FRIEDEN
Aber wenn sie, wie Hitler zu Anfang, einmal Erfolge haben, dann ist es, als wenn ein Komet seine Bahn zieht, nichts kann ihn aufhalten. Nach einem unabwendbaren Gesetz muß er diese Bahn vollenden.“
„Du brauchtest vorhin den Ausdruck: ‚Messen mit fal- schen geschichtlichen Maßstäben‘. Was verstehst Du darunter?“ frage ich in der nun folgenden Pause.. „Dieses ist ein weitverbreiteter subjektiver Fehler, ein besonderes Zeichen für Menschen ohne tieferes geschicht- liches Wissen. Sie legen ihre augenblickliche Auffassung als Maßstab an Zustände und Dinge irgendwelcher ver- gangener Zeitperioden an und müssen auf diese Weise zu objektiv unsachlichen, falschen Feststellungen und Er- kenntnissen kommen. Mit diesem subjektiven Maßstab hat Hitler die Verhältnisse nach 1918. gemessen und die Ergebnisse als Ausgangspunkt für seine Politik gemacht, was ihm durch seine gute Rednergabe den Zulauf der Massen brachte, die den Fehler in der Rechnung nicht sahen und der Täuschung zum Opfer fielen.“
„Ich glaube, man kennzeichnet es am besten so“, sagt Horst,„daß Hitlers Friedensidee gleichbedeutend mit einem Friedhofsfrieden ist, bei dem es nur unterjochte Menschen und Völker gibt. Das ist Hitlers große Schuld gegenüber den Menschen seines Volkes und aller Völker. Aber für meinen Begriff hängt die Friedensaufgabe für den einzelnen Menschen vor allem damit zusammen, inmitten der widerstrebenden Probleme und Gewalten, inmitten des Kampfes des Lebens als ein Mensch zu stehen, der in sich einen ruhenden Pol gefunden hat, vor
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