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Fern und ewig leuchtet Frieden : ein Erlebnis aus dem Zeitgeschehen nach Berichten sowie Aufzeichnungen eines zum Tode Verurteilten / dargestellt von Willo Wenger
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auf die übrigen Baracken und die Nebenlager verteilt. In die freigewordenen Räume werden neuankommende weibliche Häftlinge gelegt."

,, Ja, aber wie ist es mit den Epidemien? Dem Typhus? Wo wir doch nichts an Medizinen haben? Das ist doch sinnlos und höchst gefährlich!" ereifert sich Dr. T.

, Was hat denn hier überhaupt noch einen Sinn?" fragt Horst achselzuckend zurück. ,, Aber das Tollste wißt Ihr noch gar nicht! Das Bordell wird aufgelöst, und die Bordellweiber werden als Aufseherinnen auf das neue Frauenlager verteilt."

,, Pfui Teufel", sagt T. ,, Aber es ist doch schön, wie das Bild sich rundet, wie alles so schön zusammenpaẞt. Jetzt noch die Henkershuren als Aufsichtspersonal für anstän­dige Frauen! Ja, für Abwechslung wird gesorgt!"-

Damit trennen wir uns.

Wirklich, für Abwechslung wird hier gesorgt. Teuflische. bestialische Abwechslung inmitten von Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit auf der Grenze zwischen Tod

und Leben.

Welche abgrundtiefe, neue Bestialität mit diesem Räu­mungsbefehl im Krankenlager aber verbunden ist, erfahre ich erst nach einigen Tagen. Die Kranken werden angeblich zum Duschen geführt und statt heißem Wasser strömt Gas. Das Krematorium schafft täglich dreihundert, zweitausend Tote in sieben Tagen, um Baracken frei zu machen!

-

Als ich die wirkliche Wahrheit erfahre, muß ich mich hinsetzen, meine Nerven versagen. Wäre der Befehl vor

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