FERN UND EWIG LEUCHTET FRIEDEN
Wächter abgesondert, der ein ‚Auge zudrückte und da- durch ihr Leben rettete.
Ich spüre ein ekelhaftes Würgen im Halse und muß mich anlehnen, weil mir schlecht wird.
„Es ist unfaßbar, daß so etwas unter Menschen ge- schieht“, murmele ich.„Was heißt unfaßbar?“ sagt Horst, ‚hier ist nichts unfaßbar.“
Als ich am Nachmittag die Listen wieder abhole, tönt mir von weitem fröhliche Jazzmusik entgegen. Die internationale Häftlingskapelle spielt auf Befehl der Lagerleitung auf dem Appellplatz neben den Leichen- haufen, über die einige Bretter gelegt sind; neben dem Krematorium stehen in schwarzen Uniformen die Wäch- ter, Zigaretten rauchend, und machen ihre unflätigen Witze.
Diese und ähnliche schaurige Szenen, die ich in jener Zeit öfters erleben muß, graben sich unvergeßlich in mein Hirn ein, verfolgen mich nachts als Angstträume, so daß ich schreiend auffahre, in Schweiß gebadet. Sie sind mir zum schaurigsten Symbol geworden, bis zu welchem Grade gottlose Menschen abstumpfen können. Horst hat recht- hier ist nichts unfaßbar.
Als wir abends zusammensitzen, spreche ich mit den beiden Ärzten über das Ergebnis dieses Tages. Auch Horst kommt später für kurze Zeit dazu.
„Was sagst Du denn dazu?“ wende ich mich aufgebracht an Doktor T.„Bei so etwas muß doch jeder Arzt ein- schreiten und diese gewissen Ärzte, die hierfür verant- wortlich sind, sind doch schließlich auch Ärzte! Es ist
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