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Fern und ewig leuchtet Frieden : ein Erlebnis aus dem Zeitgeschehen nach Berichten sowie Aufzeichnungen eines zum Tode Verurteilten / dargestellt von Willo Wenger
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ZWISCHEN TOD UND LEBEN

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jedem Falle mit einem sauberen Gewissen aus dem Pro­zeẞ gehen. Ich habe daher die Absicht, die reine Wahr­heit zu sagen. Ich möchte vor meinem Richter keine Geheimnisse behalten; ich halte es deswegen für richtig, wenn ich alles offen sage."

H. spricht rasch und lebhaft. Die Worte drängen sich auf seine Lippen. Ich fühle die Erleichterung, die er empfindet, frei sprechen zu können.

,, Ich bin mir keiner Schuld im letzten Sinne bewußt. Eine Lüge dem Untersuchungsrichter gegenüber könnte nur mein Gewissen belasten."

Der Pfarrer läßt ihn ruhig reden, seine Haltung ist ganz freundliche Aufmerksamkeit, während er mit einem Aus­druck des Wohlgefallens seinen jungen, zukünftigen Kol­legen betrachtet.

,, Ich bin froh, daß Sie so offen zu mir sprechen, und es ist richtig, daß Unwahrhaftigkeit und Lüge ein ganzes Leben belasten können. Es ist richtig, daß wir als höch­sten ethischen Maßstab den Begriff der Wahrhaftigkeit vom Schöpfer geschenkt bekommen haben. Wir dürfen auch an dem Begriff der Wahrheit nicht deuteln, aber wir müssen erst einmal erkennen, wo die Wahrheit wirk­lich liegt. Ihr Maßstab darf nicht die Denkfähigkeit des Menschen sein; der höchste Maßstab für alle Dinge ist der Schöpfer selbst. Er ist auch der einzige Richter aller Dinge. Wenn Sie also ehrlich die Wahrheit suchen. müssen Sie ihm rückhaltlos Ihre Schuld und Ihr Tun bekennen. Das ist die erste Voraussetzung für ein inner­lich befriedigendes Leben. Sagen Sie nicht: Gott sieht

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