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Fern und ewig leuchtet Frieden : ein Erlebnis aus dem Zeitgeschehen nach Berichten sowie Aufzeichnungen eines zum Tode Verurteilten / dargestellt von Willo Wenger
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ZWISCHEN TOD UND LEBEN

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tausendjährige Reich Hitlers in Frieden und Wohlstand! Verängstigte, vom Schreck fast gelähmte Menschen in einem unzureichend starken Keller der Katastrophe des Zufalls überlassen. Irgendwie erinnern mich die grauen Gesichter dieser Menschen an meine Mitgefangenen in Minsk . Wir sitzen auf einer langen, roh gezimmerten Holzbank neben einer Familie, die ein paar kleine Kinder mit Butterbroten füttert, deren Wurstbelag genau so dick ist wie das Brot. Zu essen scheint man hier wenigstens noch zu haben. Aber gleich fällt die Illusion! Aus dem Gespräch wird ersichtlich, daß es eine Schlächterfamilie ist. Allmählich übertönt das Bellen der Flakgeschütze die Geräusche der versammelten Menschen. Motorenge­räusch wird hörbar. Immer wieder merkwürdig, wie deutlich man es hier tief unter der Erde hört. Dann werden Explosionen vernehmlich, aber sie kommen nicht allzu nah. Die Menschen sitzen mit angehaltenem Atem. In der Ecke schwatzen ein paar junge Mädchen unauf­hörlich mit einigen Soldaten. Ihre Züge sind kaum zu erkennen, nur ihre stark bemalten Lippen leuchten aus den blassen, mageren Gesichtern. Manchmal lachen sie hysterisch.

Die Zeit scheint still zu stehen. Ich starre in das Dunkel der Zukunft und weiß nicht, ob ich nicht wünschen soll, daß dieser Fliegeralarm länger dauert, damit vielleicht ein Wunder geschieht. Spätestens eine halbe Stunde nach dem Fliegeralarm werde ich in Moabit im Gefängnis abgeliefert.

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