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Fern und ewig leuchtet Frieden : ein Erlebnis aus dem Zeitgeschehen nach Berichten sowie Aufzeichnungen eines zum Tode Verurteilten / dargestellt von Willo Wenger
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FERN UND EWIG LEUCHTET FRIEDEN

abredete Zeit da, und Harry erscheint mit dem üblichen schläfrigen Gesichtsausdruck. Als die Wache sich ent­fernt hat, flüstert er mir zu: ,, Ira wird gleich kommen. Sie muß auf dem Gang Kammern aufräumen. Ich passe so lange an der Tür auf, wenn Du mit ihr sprichst." Nachdem er einen Augenblick gewartet hat, macht er die Tür auf und hustet einmal laut auf dem Gang. Fast wie aus dem Boden gewachsen steht eine junge Russin vor mir, während Harry die Tür halb offen hält und durch den Türspalt weiter den Gang beobachtet. Ich sage halb befangen: ,, Sie sind Ira", während ich versuche, meine Überraschung über das junge, anmutige Mädchen zu meistern, das dicht neben mir steht. Vielleicht ist es auch eine junge Frau. Ich kann ihr Alter schwer schät­zen, es kann aber nicht viel über zwanzig sein. Aus dem ebenmäßigen Gesicht blicken blaue, etwas schräggestellte Augen mich kühl und prüfend an. Der Ausdruck des Gesichts ist bestimmt von einem etwas fremdländischen, aber sehr kleidsamen Reiz, der gut zu den vollen, roten Lippen und der ein klein wenig aufwärts strebenden Nase paẞt. Sie trägt ein rotes Kopftuch, das die blonden, etwas strohigen Haare mit Ausnahme einiger widerspenstiger Strähnen fast vollständig verdeckt. Unter dem groben Arbeitskittel zeichnet sich das Ebenmaß ihrer kräftigen, jungen Gestalt deutlich ab. Der Gesamteindruck deutet auf Intelligenz und Selbstbewußtsein. Aber eine gewisse Ausdruckslosigkeit läßt durch das so ansprechende Äußere den Menschen, der dahinter steht, nicht erken­nen. ,, Ich bin Irina", sagt sie in hartem, etwas gebrochen

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