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Die letzten Tage des Warschauer Gettos / Zivia Lubetkin
Entstehung
Seite
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einen beispiellos heroischen Kampf, genau wissend, daß sie schon nicht mehr um ihr Leben kämpften, sondern ,, um einen menschenwürdigen Tod".

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Ich glaube, auch Fernstehende können nach dieser unzulänglichen Schilderung begreifen, was diese vier Wörtlein bedeuten. Gewiß gab es unter diesen 30 000 Warschauer Juden keinen einzigen, der nicht den heißesten Wunsch hatte, das Tageslicht wiederzusehen und am Leben zu bleiben. Aber sie wollten sich nicht einen Tag Leben länger erkaufen mit der Schmach des Schlachtviehs. So kämpften sie um einen menschenwürdigen Tod." Hätten die meisten Menschen in Europa damals so ge­dacht und Hitler dieses Nein" entgegengeschleudert wie in Warschau die tapferen jüdischen Partisanen, es wäre kein Kampf um den Tod, sondern ein Kampf für das Leben geworden.

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Nach jenem Inferno und Todesreigen möchte ich noch eine Episode berichten, die mir Anfang 1944 in Moskau ein jüdischer Dichter und Partisane aus Wilna glaube, er hieß Schutzkäfer erzählte. Auch in den Wilnaer unterirdischen Kanalgängen spielten sich ähnliche Kämpfe ab wie im Warschauer Getto. Dort gab es sogar unterirdische Schulen, Werkstätten und Waffenmeistereien bei Azetylenlicht. Dort arbeitete auch ein 70jähriger jü­discher Gelehrter, ein Assyrologe, an dem letzten Band seines Lebenswerkes über Keilschriften und babylonische und assyrische Sprachen. Eines Nachts nun kamen jüdische Partisanen, und es gelang ihnen, diesen kleinen Rest der Wilnaer Juden zu den bjelorussischen Partisanen in die geschützten Wälder Weißrußlands zu überführen. Dort im Waldlager wurden die völlig abgerissenen und verhungerten Menschen gebadet, neu gekleidet und ge­nährt. Sie fühlten sich wie im Himmel. Nur der alte jüdische Gelehrte ging unzufrieden und knurrend umher. Man fragte ihn, was ihm fehle. Er sagte, er habe einen wichtigen Teil des Manuskriptes seiner großen Arbeit über die assyrischen Schriften in dem unterirdischen Kanal in Wilna liegen lassen. Man beriet. Dann machte sich ein

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