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Die letzten Tage des Warschauer Gettos / Zivia Lubetkin
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den verschiedenen Etappen des Kampfes mit der Befehls­stelle des Stabes der jüdischen Partisanen in einem Punkt der Kanalisation. Ich konnte all dieses vergleichen mit den Erzählungen, die ich Anfang 1944 in der Sowjetunion von jüdischen und bjelorussischen Partisanen gehört hatte.

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Der Aufstand des Warschauer Gettos nimmt in der großen Kette der Widerstandskämpfer aller Länder gegen die Hitler - Tyrannei einen besonderen Platz ein. In mancher Hinsicht ist er einzigartig. Denn die im Warschauer Getto Anfang April 1943 noch eingeschlossenen 30 000 Juden hatten im Gegensatz zu den meisten anderen Partisanen Europas , die in Wäldern, im Gebirge oder auch unerkannt in den Städten und Dörfern kämpften, keine Ausweich­möglichkeit mehr. Sie waren an einem engbegrenzten, genau bekannten Ort von dem Ring der SS und den Vernichtungskommandos der Wehrmacht eisern um­klammert von einer ungeheuren Übermacht, die vom Bomber, Geschütz und Flammenwerfer bis zum Giftgas Cyklon über alle modernsten Kampfmittel verfügte.

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Was hatten diese 2000-3000 jüdischen Kämpfer der übermächtigen Nazitruppe entgegenzusetzen? Nichts als Gewehre, Handgranaten und einige MG's, die sie sich vorher beschafft oder im Kampf von gefallenen SS - Män­nern erbeutet hatten. Dabei konnten sie in den dunklen, feuchten Gängen der Kanalisation, oft bis über die Knie im Wasser watend, weder die Waffen pflegen noch die Munition erneuern; es gab sehr bald kein Telefon mehr; die Befehlsübermittlung geschah nur durch Meldegänger, meist nachts, da die Kanäle verschüttet waren und man über offenes Gelände mußte. Verbandmaterial und Arznei für die Verwundeten und Kranken fehlten völlig.

Das Schlimmste aber: Die wenigen Nahrungsvorräte nahmen rapide ab. Frischwasser konnte nur nachts in geringen Mengen unter ständigem Beschuß herangebracht werden, da das Getto unter hellstem Scheinwerferlicht und Streufeuer der MG's und der Bordwaffen der Flieger lag. Auf jeden jüdischen Kämpfer aber kamen 20 Frauen, Kinder, Greise und Kranke. Man konnte sich klar er­rechnen, wann infolge Hungers, Wasser- und Munitions­Und dennoch be­mangels der Kampf zu Ende war.

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