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Die letzten Tage des Warschauer Gettos / Zivia Lubetkin
Entstehung
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langem Vernichtungskampf restlos niedergebrannt, zer­bombt, eingeebnet. Die kahlen Häuserruinen der anderen Stadtteile seitlich dieser Todeswüste erinnerten noch an eine menschliche Vergangenheit. Das klaffende, riesige Nichts, das wir umkreisten, schien eine unmenschliche, fremde Sphäre von einem erkalteten Stern.

Wir hielten vor einem hohen Block aus schwerem Basalt, dem Monument der Kämpfer des Gettos. Auf der Vorderseite ein Hochrelief: Über einen Gefallenen hinweg tritt ein junger jüdischer Partisane mit einem Gewehr, ein zweiter mit einer Handgranate, dann ein Greis mit einem Steinbrocken eine Frau und sich verteidigend. die knappe Inschrift: Das jüdische Volk seinen Kämpfern und Märtyrern.

-

Vorn

Keiner von uns sprach ein Wort. Wir schauten über die endlosen Trichter und Schluchten dieser einstigen Wohnstätten, irrten selbst ziellos über die Steingrate, da rechts und links drunten die Kellergrüfte und Reste der Kanalisation klafften, wo unterirdisch die Menschen monate­lang gehaust hatten und zum letzten Kampf nachts aus­gebrochen waren. Da stand auch Vercors, der französische Dichter und Mann der Résistance; er hatte einen kleinen Ziegelbrocken in der Hand und drehte ihn hin und her. Ein Mexikaner, der zu dem Breslauer Kongreß der Kul­turschaffenden gekommen war, stapfte im Schutt eines Erdtrichters und suchte wohl ebenfalls vergebens zu be­greifen, daß hier einmal das dichtbevölkerte Zentrum Warschaus gewesen war.

Eine furchtbare Mahnung ist dieser Ort. Ganz Europa , die ganze Welt müßte ihn sehen! Dieses Getto müßte an den Schlaf der Welt" rühren, dieser sehr oberfläch­lichen, sehr vergeßlichen Welt. Kann man heute, nach kaum fünf Jahren, tatsächlich wieder darüber hinwegleben als sei nichts geschehen? Was war hier geschehen?

Am gleichen Mittag besuchte ich das Jüdische Historische Institut, sprach mit einem der wissenschaftlichen Arbeiter und sah in dem Museum die Dokumente, die hekto­graphierten Flugschriften, die wenigen ausgegrabenen Waffen der jüdischen Kämpfer, die Fotos, die bei den später gefangenen deutschen Offizieren gefunden wurden, die in Gips hergestellten kleinen Modelle des Gettos in

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