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Die letzten Tage des Warschauer Gettos / Zivia Lubetkin
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Wir wußten nicht, wohin man uns brachte, aber als wir uns dem Walde näherten, fanden wir uns plötzlich von Freunden umringt. Eine Gruppe von Kämpfern, die das kleine Getto verlassen hatte, die Gruppe Tebens- Schultz, lief herbei, uns zu begrüßen. Sie waren ebenso wie wir entkommen, aber etwa zehn Tage früher hier eingetroffen. Sie hatten schon um uns getrauert, in dem Glauben, wir seien verloren und sie selbst die letzten Über­lebenden.

In unseren Lumpen, voller Unrat und mit unseren verschmutzten und noch ungewaschenen Gesichtern waren wir menschlichen Wesen so unähnlich, daß man uns kaum erkannte. Sie brachten uns sofort warme Milch. Alles war so seltsam. Um uns der grüne Wald und ein schöner Frühlingstag. Es war lange her, daß wir einen Wald, den Frühling und die Sonne gekannt hatten. Alles, was jahrelang in unseren vereisten Herzen begraben und zurück­gedrängt war, regte sich jetzt. Ich brach in Tränen

aus.

In jener Nacht saßen wir alle um das in einer Vertiefung brennende Lagerfeuer und fühlten in unseren Herzen, daß wir die letzten Überlebenden des Warschauer Gettos waren, das man ausgerottet hatte. Wir wußten nicht, was sich überall in Polen abspielte, aber wir fühlten, daß für unser Volk das Ende gekommen war und daß wir Überbleibsel waren, rauchende und verglimmende Aschen­reste... Unsere Zukunft war in Dunkel gehüllt, und wir, die Geretteten, empfanden uns als über­

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