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Junge Christen hinter Stacheldraht : Erlebnisse im Gefangenenlager für Jugendliche / Oskar Schnetter
Entstehung
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Gefängnis geschrieben hat, der Brief an Philemon. Dabei haf uns am Schluß der 22. Vers nochmals so recht in das Herz des gefangenen Paulus schauen lassen. Dieser Vers wurde bei der Zensur in Rom seinerzeit sicher übersehen, oder man sagte sich beim Lesen: der Paulus ist ja nicht mehr ganz normal, denn die Zelle ist verschlossen, die Mauern undurchdringlich und Paulus hofft bald in Kolossä zu sein? Hier erkennen wir den Schlüssel, dem Paulus mehr, ja alles zutraut: die Fürbitte, das Gebet. Wenn die Gemeinde betet, dann wird auch für ihn der Weg wieder frei. Ja, die Fürbitte ist eine Macht, die Mauern sprengt. Und wenn wir ganz persönlich an uns denken, dann dürfen wir die Hände falten und bitten, daß Gott uns den Weg frei macht, heraus aus dem Stacheldraht. Er allein bestimmt den Augenblick, in dem wir den Schritt in die Freiheit tun. Mit dem Liedvers bekennen wir es mit Paulus :

Seßt uns Gott auf die Prob, ein schweres Kreuz zu fragen; der Glaube bringt Geduld, macht leicht uns alle Plagen: statt Murren und Verdruß wird das Gebet erweckt, weil Angst und Not von Goff ein Ziel gesteckt.

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