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Hinter Gittern : Gedichte / von Otto Müller
Entstehung
Seite
63
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Hast du schon einen Schmerz gefühlt, der nicht auch meine Brust durchwühlt? Hat dir das Glück schon Freud beschert, die nicht auch mir wär eingekehrt?

Not, Elend, Sorge immerzu,

sie rauben dir und mir die Ruh. Der harte Kampf ums täglich Brot, bringt mir und dir den frühen Tod.

Die Jagd nach Arbeit durch die Stadt, läuft dir und mir die Füße matt. Der Zorn des Herrn weist dir und mir in den Fabriken oft die Tür.

ten, Doch endlich Arbeit, Lohn und Sein. Auch unsre Freude ist gemein

und unsrer Sehnsucht Zukunftstraum, ist einer Wurzel starker Baum.

Und unsre Liebe, unser Haß

hat gleiches Ziel und gleichen Paß. Wir haben alle einen Freund.

- Wir haben alle einen Feind.

Du: Bruder überm Rheine dort, es schlägt mein Herz in deinem fort und was ich dir zu leide tu, füg ich mir selber Leides zu.