Und dann erklang, erst heimlich, zart und leise,
Stieg dann empor, umsprüht von Glanz und Schimmer
Versank im Sein, verklang im Schmerzgewimmer. Von Leid und Glück die wehe, süße Weise.
Und mit dem Lied des Lebens eng verschlungen Erstrahlten klar die göttlichen Gedanken Sie wurden tief ins offne Herz gesungen.
Es schwang der Raum. Es fielen alle Schranken. Verweht die Zeit. Von Gottes Sein durchdrungen Wir hüllenlos im Ewigen versanken.
x
In deine schlichten, dunkelbraunen Haare
Da mischen sich die ersten Silberfäden Gleich Spinnenweben, die im Wind verwehten Als Zeichen langer, durchgekämpfter Jahre.
So wie ich im Erinnern sie bewahre,
Weiß ich, daß sie dir manchen Kummer säten Und viele deiner kleinen Freuden mähten, Wie ich auch wünschte, daß ich’s dir erspare.
Doch wenn ich jetzt in deine Augen blicke, Die immer noch in mildem Glanze strahlen, Es trübt kein Hadern sie mit dem Geschicke.
Du trägst doch nur ein einziges Verlangen, Dein Gutes sieben-siebenfach zu zahlen Und deine Lieben sorgend zu umfangen.
54


