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Hinter Gittern : Gedichte / von Otto Müller
Entstehung
Seite
21
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r

er Schein

hervor.

ein,

m Tag. dich sehn

Leonberg

Und spotten deiner Qual. Durch langer Nächte Schweigen Tanzen sie ohne Zahl.

Doch wie aus dunklen Nächten Aufsteigt der Sonne Licht So aus den Unglücksschächten Heiß neues Wollen bricht. Wenn fröhlicher Gedanken Am Gitter noch zerschellt, So grüßen Hoffnungsranken Doch neu die schöne Welt.

n

II.

Trab, trab, trab.

Immer auf und ab.

Sechs Schritt ist die Zelle lang.

Wie ist's wohl der Mutter bang!

Sechs Schritt geht's zurück.

Tot ist alles Glück.

Trab, trab, trab.

Immer auf und ab.

Vater hatte mich so gern,

War sein einz'ger Trost, sein Stern.

Ob er mich noch liebt?

Ob er mir vergibt?

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