Druckschrift 
Wittelsbacher im KZ / herausgegeben von Freiherr Erwein von Aretin
Entstehung
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nicht mehr durchgehalten. Gott sei Dant, geht es Mama schon viel besser. Es wird allerdings noch lange brauchen, bis sie wieder gänzlich hergestellt ist. Mama ist zur Zeit auf dem Lande, da sie größte Ruhe und Schonung braucht. Sie hat eine Schwester, die sie sehr gut pflegt. Wir sehen Mama manchmal. Es strengt sie noch an, Leute zu sehen und so wird ihr der Landaufenthalt sehr gut tun, wo sie von nieman­den gestört wird.

Tante Lotti sorgt so nett für uns alle. Wir setzen unseren franzö­sischen Unterricht fort. Editha assistiert im hiesigen Krankenhaus bei den Operationen. Auch Gabriele hilft im Krankenhaus.

Viele, viele herzliche Grüße

Deine dankbare Hilda."

Dieser findliche, offenherzige, so gar nicht wehleidige Brief ist hier im Wortlaut abgedruckt. Er spricht eine deutlichere Sprache über das schreckliche Schicksal, das Hitler diesen jungen Prinzessinnen und ihrer Mutter und der Familie ihres Bruders zugedacht hatte, als es die ausgeschmücktesten Berichte zu tun vermöchten. Es ist wirklich nur einer glücklichen Fügung zu danken, daß die Familie des Kronprinzen diese Schrecknisse überstand, wenn auch die Kronprinzessin so schwere Schä­digungen davongetragen hat, daß noch heute nicht abzusehen ist, ob fie je wieder ihre volle Gesundheit zurückgewinnen wird.

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Freiherr Erwein v. Aretin

geb. am 19. September 1887

in Bad Kissingen

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