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Wittelsbacher im KZ / herausgegeben von Freiherr Erwein von Aretin
Entstehung
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Prinz Albrecht und seine Familie im R3

Nach einer Woche kam Albrecht mit Familie an. Sie famen auf die andere Seite, durch Mauer und elektrisch geladenen Stacheldraht von uns getrennt. Wir sahen sie immer vom Fenster aus, mußten aber so tun, als ob wir sie nicht fennten. Strengstes Redeverbot. Erst nach 14 Tagen durften wir sie sehen. Sie waren in Ungarn verhaftet, und man hatte auch ihnen Schloßaufenthalt versprochen! Im Lager erfuhren wir dann, daß wir in Sippenhaft wären und dies a ufper­sönlichen Befehl Hitlers .

Ende Januar fam Irmingard an. Wir erkannten sie taum, sie hatte alle Haare verloren. Irmingard brachte uns die letzte Nachricht von Mama.

Mama war von ihr getrennt und nach Jena gebracht worden. Seitdem hörten wir nichts mehr von ihr.

Im Lager waren wir sehr streng gehalten, niemand durfte wissen, daß wir da waren und wer wir waren.

Ende Februar, als die Russen immer näher famen, sagte man, daß wir von Oranienburg weg müßten. Man versprach uns, daß wir in ein Privathaus in den Bayrischen Wald fämen. Jedes Versprechen war Lüge.

Wir wurden in das Konzentrationslager Flossenbürg bei Regens­ burg gebracht, eines der ärgsten Vernichtungslager.

Dort lebten wir zu Zwölf in zwei Zimmern in einer der vielen Baraden. Es war eiskalt, da die dünnen Bretterwände voll Rizen waren, durch welche der Wind blies, die Betten im allgemeinen Schlafsaal feucht, so daß man, trotzdem man die Kleider anbehielt, vor Kälte kaum schlafen konnte. Die Decken waren verdreckt und zerrissen.

Den ganzen Tag saßen wir im Zimmer, nur eine halbe Stunde durften wir hinaus, und vom Hügel vor der Barade sahen wir direkt zum Krematorium.

Täglich kamen Lastwägen voll Leichen an, die dort auf den Boden gehäuft, entkleidet und verbrannt wurden. Die Luft war voll Rauch und Asche und der Gestank furchtbar.

Ueberall sahen wir Tote und Halbverhungerte. Die Lazarettbaracke war am ärgsten. Dort lagen die Arbeitsunfähigen, Sterbenden und

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