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Wittelsbacher im KZ / herausgegeben von Freiherr Erwein von Aretin
Entstehung
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Als Prinz Heinrich zur Wehrmacht einberufen wurde, verwehrte ihm die Grenzpolizei den Grenzübertritt am Brenner , unter Angabe faden­scheiniger Gründe. In Italien unternommene Feststellungen der wahren Hintergründe ergaben, daß die deutsche Botschaft in Rom und der Konsul in Florenz die Weisung erhalten hatten, dem Kron­prinzen und seiner ganzen Familie Paßeinträge zur Rückkehr in die Heimat zu verweigern.

Anfragen und Beschwerden an höchste Stellen der Naziregierung blieben unbeantwortet.

Ein Zufall ermöglichte es, den tieferen Sinn dieser Aussperrung festzustellen. Zunächst sollte die Rückkehr in die Heimat verhindert werden und dann sollte die kronprinzliche Familie, weil sie nicht zurückkehrte, ausgebürgert und endgültig enteignet werden, ein teuf­lischer Plan, der nur deshalb nicht bis zur letzten Konsequenz aus: geführt wurde, weil maßgebende Stellen die Rückwirkung auf die den Wittelsbachern anhängliche bayrische Bevölkerung scheuten.

Um diese Zeit traf Hitler die Bestimmung, daß alle Angehörigen vormals regierender Häuser in Deutschland aus der Wehrmacht aus: zuscheiden hätten, da der Tod des ältesten Sohnes des deutschen Kron­prinzen auf dem Schlachtfeld und die Teilnahme bei seiner Beisetzung in Potsdam ihm gezeigt hatte, wie sehr auch im Norden noch weite Teile der Bevölkerung dem monarchischen Gedanken anhingen. Goeb­bels blieb es vorbehalten, aus dieser Bestimmung agitatorischen Rugen zu ziehen. Wer etwa damals in München in der Straßenbahn nach Nymphenburg hinaus fuhr, erlebte regelmäßig das Geschwätz eines bezahlten Agitators, der den Leuten erzählte, im ersten Welt­krieg seien die Prinzen mitgegangen, weil sie Generäle wurden, diesmal aber lasse sich von dieser feigen Bande keiner an der Front schen. Zur Ehre der Münchner sei gesagt, daß die geschäftsmäßig vorgetragenen Rede des üblen Burschen immer ohne die leiseste Zu­stimmung ein trauriger Monolog blieb, ja daß er ein paarmal, wenn energischere Kräfte im Wagen waren, mit eindeutigen Mitteln ge­zwungen wurde, den Wagen sajieunigst zu verlassen.

Als Italien in den Krieg eintrat, wurde auch dort die Lage noch schlimmer, denn die Gestapo begann nun auch dort sich zu Hause zu fühlen und sich breit zu machen.

Nachdem der Kronprinz sich auf ärztliche Anordnung einige Wochen in der Schweiz aufgehalten hatte und nach Italien zurückgekehrt war, wurde die Gestapo beauftragt, ihn nie wieder in die Schweiz reisen zu lassen. Auch nach Rom zu fahren wurde verboten. Post und Tele­phon waren selbstverständlich überwacht und Gestapospizzel um­lauerten das Haus.

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