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Wittelsbacher im KZ / herausgegeben von Freiherr Erwein von Aretin
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Bayern

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in Bayern , auf eine Zeit politischer Gesundung, auf die Wiederher stellung geordneter, rechtmäßiger, friedlicher Verhältnisse rechneten.

Als bei einer firchlichen Feier der Vereinigung des ehemaligen 1. Kgl. Bayer. Infanterie- Regiments König , zu der auch Kron­prinz Rupprecht eingeladen war, die Mitglieder der Vereinigung vor dem gerade am Kirchenportal anfahrenden Kronprinzen eine Ehren­bezeugung erwiesen, wurde der Vorstand der Vereinigung deshalb verhaftet, die Vereinigung verboten und ihr Vermögen beschlagnahmt. Den Kronprinzen zu grüßen, war demnach ein Verbrechen gegen den nazistischen Staat. Einem energischen Einspruch des Kronprinzen beim Kommandierenden General war es zu danken, daß das Verbot der Vereinigung wieder zurückgenommen und ihr Vorstand wieder aus der Haft entlassen wurde.

Gauleiter Wagner, ein Lothringer und besonders haßerfüllter Feind des Hauses Wittelsbach , berief daraufhin eine Parteiversamm­lung im Zirkus Krone ein, zu deren Besuch mit einem Hezzplakat gegen den Kronprinzen öffentlich aufgefordert wurde. Offenbar wurde die Versammlung jedoch von einer höheren Parteistelle abgesagt und die Plakate verschwanden wieder, weil man die Wirkung einer solchen gegen den Kronprinzen gerichteten Versammlung auf die bayrische Bevölkerung scheute.

Des Gauleiters Haß richtete sich sogar gegen die Wittelsbachischen und damit bayrischen Farben weiß- blau, denn er erließ einmal das ausdrückliche Verbot für einen Blumenschmud mit weiß- blauen Hor­tensien, weil er diese Farben nicht sehen könne.

So offen und unmißverständlich Kronprinz Rupprecht und seine Familie Hitler und sein System ablehnten, so fehlten ihnen doch alle Möglichkeiten, sich gegen die Hitlersche Tyrannei aktiv zu betätigen. Aber er war jederzeit bereit, mit seiner Person und dem Ansehen seines Hauses sich für das bayrische Volk und die Freiheit einzusetzen, wenn die Umstände es erfordern und ermöglichen sollten.

Es erschien zwar sehr unwahrscheinlich, daß in naher Zukunft das nationalsozialistische Regime beseitigt werden könnte, es war aber dem Kronprinzen und seinem ihn beratenden Kabinettschef nicht zwei­felhaft, daß es über kurz oder lang an seiner inneren Unwahrhaftig­feit zugrunde gehen müsse. Für einen solchen Augenblick die notwen­digen Vorbereitungen zu treffen, war ein Gebot der Klugheit und erschien als hohe Verpflichtung gegenüber dem Vertrauen und den Soffnungen, die weite Kreise in Bayern auf ihr ehemaliges Königs­haus setzten. Aus dieser Ueberzeugung ergab sich die Pflicht, Persön­lichkeiten von hohem Ansehen und politischer Erfahrung zu finden, die als überzeugte Gegner des Nationalsozialismus bereit sein müß­ten, an solchen Vorbereitungen mitzuarbeiten. Bei einem Zusammen­

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